Der Energiekonzern Eon hat nach einem guten ersten Halbjahr seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) soll nun 4,4 bis 4,6 Milliarden Euro betragen. Zunächst hatte Eon 3,8 bis 4,0 Milliarden Euro erwartet.
Im ersten Halbjahr profitierte der Konzern von einem kühlen Wetter und einem daraus folgenden höheren Gasabsatz. Zudem verbesserte sich das Vertriebsgeschäft deutlich, etwa durch Kosteneinsparungen in Großbritannien. Der Umsatz erhöhte sich um acht Prozent auf 33 Milliarden Euro.
Fast 500 Netzstationen unter Wasser
Hart getroffen wurde Eon von der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Im Netzgebiet der Konzerntochter Westnetz seien unmittelbar nach den Überflutungen rund 200.000 Menschen ohne Strom und Gas gewesen. Fast 500 Netzstationen hätten unter Wasser gestanden.
Der überwiegende Teil der zeitweise von der Stromversorgung abgeschnittenen Kunden sei zumindest notdürftig wieder an das Netz angeschlossen. Etwa 1000 Menschen seien noch ohne Versorgung.
Eon-Flutschaden im zweistelligen Millionen-Bereich
Den eigenen Schaden bezifferte Eon im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Dafür bildete das Unternehmen bereits Rückstellungen.
Kritisch äußerte sich Konzernchef Leonard Birnbaum über die von der Bundesnetzagentur geplante Kürzung der Eigenkapitalzinsen. Eine Rendite von 4,6 Prozent sei "unzureichend, um die gewaltigen Herausforderungen, die mit den Klimazielen verbunden sind, zu stemmen", sagte er. Schon heute seien die Investitionsbedingungen im europäischen Ausland deutlich attraktiver als in Deutschland. (dpa/aba)



