Die Stadtwerke Potsdam planen im laufenden Jahr aufgrund der Energiekrise erstmals mit einem Verlust von rund sieben Millionen Euro. Die erwarteten Verluste sollen unter anderem durch höhere Zuschüsse der brandenburgischen Landeshauptstadt ausgeglichen werden, hierzu sei man bereits in Gesprächen, erklärte Monty Balisch, Geschäftsführer der Stadtwerke Potsdam, in einem Interview mit der „Märkischen Allgemeine“.
Insbesondere bei der Energietochter-EWP führten die erhöhten Beschaffungskosten und die Volatilitäten an den Großhandelsmärkten zu deutlichen Ergebnisrückgängen. Die gestiegenen Energiekosten stellten aber auch eine Belastung für die Verkehrsbetriebe und die Bäder dar.
Laut einer Hochrechnung wird auch für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022 ein Defizit erwartet, das noch über die Gewinnrücklage ausgeglichen werden könnte. „Die Rücklagen schmelzen entsprechend der Verluste ab. Wir haben keinen akuten Liquiditätsbedarf und sind ein solide aufgestellter Stadtwerke-Verbund“, versicherte Balisch.
Stadtwerke werden übergangsweise von Doppelspitze geführt
Der 48-Jährige ist seit Sommer 2021 ordentlicher Geschäftsführer der Stadtwerke Potsdam. Seit Jahresbeginn leitet er den Stadtwerkeverbund gemeinsam mit EWP-Chefin Christiane Preuß, die die Co-Geschäftsführung bei den SWP laut Lokalmedien aber nur übergangsweise bis September übernommen hat.
Im Juli vergangenen Jahres war die langjährige Stadtwerkechefin Sophia Eltrop als Vorständin zum Ökostromanbieter Naturstrom gewechselt. Das von ihr noch auf den Weg gebrachte Investitionsprogramm in Höhe von 115 Mio. Euro für 2023 soll trotz wirtschaftlich angespannter Lage umgesetzt werden, so Balisch. Dieses sieht unter anderem ein Geothermievorhaben, Elektromobilität in allen Gesellschaften und Erneuerungsinvestitionen in die Strom,-, Gas- und Abwassernetze vor. (hoe)



