Wenn die Gebühren sich erhöhen, schade dies der deutschen Wirtschaft, so der PMeV.

Wenn die Gebühren sich erhöhen, schade dies der deutschen Wirtschaft, so der PMeV.

Bild: © bluebay2014/AdobeStock

Regierungen, Industriegruppen und Unternehmen weltweit müssen die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft analysieren und verantwortungsvolle Wege in Richtung Normalität einschlagen. Zur besseren Planung der nächsten Maßnahmen hat Oliver Wyman auf Basis des COVID-19-Pandemie Navigators das Kreditrisiko von in Deutschland ansässigen Unternehmen berechnet und mehr als 60 Branchensegmente analysiert.

Das Ergebnis: Etwa ein Viertel der hiesigen Firmen wird mit ernsten Liquiditätsproblemen rechnen müssen. "Versorger müssen sich die Frage stellen, inwiefern ihre Firmenkunden von Kreditrisiken betroffen sind und was dies aus Sicht des Forderungsmanagements bedeutet", sagt Jörg Stäglich, Partner und Head of Utilities bei Oliver Wyman laut einer Pressemitteilung.

Drei Liquiditätsrisiko-Cluster wichtig

Für Versorger ergeben sich drei unterschiedliche Risiko-Cluster, in die sie Unternehmen nach ihrem Liquiditätsrisiko und nach dem Stromverbrauch ihres Segments einordnen: Das Hochrisiko- Cluster, bestehend aus Produktions- und Industriesegmenten mit hohem Stromverbrauch, die bereits vor der Pandemie mit Herausforderungen konfrontiert waren. Dazu zählen etwa zyklische, von einer schwierigen konjunkturellen Situation betroffene oder in strukturelle Herausforderungen geratene Unternehmen, aber auch von Covid-19 betroffene, doch weniger energieintensive KMU- Unternehmen, wie Reisebüros.

Dem Cluster mittleren Risikos gehören energieintensive Produktionsunternehmen an, die mit Covid-19-getriebenen Lieferketten- und Nachfrageunterbrechungen konfrontiert sind, aber vor der Krise gut positioniert waren. Hier finden sich außerdem kleinere und weniger energieintensive Dienstleistungsunternehmen, etwa Beratungsunternehmen oder Ingenieursfirmen.  Das Niedrigrisiko-Cluster umfasst hauptsächlich die von der Covid-19-Krise weniger betroffenen Firmen – etwa Produktions- und Dienstleistungsunternehmen in der Pharma- oder IT-Branche.

Kundenportfolio analysieren

Die Analyse zeigt, dass 43 Prozent des Strombedarfs der deutschen Industrie und des Gewerbes von Unternehmen verbraucht wird, die ein hohes Kreditrisiko haben. Eventuelle Zahlungsausfälle der Kunden an ihre Energieversorger werden somit wahrscheinlicher. Das bedeutet Handlungsbedarf:

"Versorger sollten dringend ihr Kundenportfolio analysieren, nach Clustern einordnen und Reaktionspläne für eventuelle Kreditausfälle erstellen", sagt Thomas Fritz, Partner und Energieexperte bei Oliver Wyman. "Eine angemessene Kommunikation mit dem Kunden in Bezug auf das Forderungsmanagement steht hierbei immer an erster Stelle.“ "Gleichzeitig sei es nun wichtig, den von finanziellen Schwierigkeiten betroffenen Unternehmen soweit möglich dabei zu helfen, die Krise zu durchstehen.

Chancen für nachhaltige Initiativen nutzen

Doch auch Unternehmen, die dem Niedrigrisiko-Cluster zugeordnet werden können, sollten von Versorgern genauer betrachtet werden. Diese haben nun das Potenzial, zukunftsorientierte und innovative Projekte umzusetzen: "Besser aufgestellte Unternehmen haben jetzt die Chance, Energieeffizienz und Dekarbonisierung weiter voranzutreiben und sich so zukunftsorientiert und nachhaltig im Wettbewerb zu positionieren", so Markus Knopf, Principal und Experte für energieintensive Industrien bei Oliver Wyman.

Das könne etwa mit der Nutzung von neuen nationalen oder europäischen Fördergeldern im Rahmen des Green Deals und vor allem in der partnerschaftlichen, innovativen Zusammenarbeit zwischen Industrien und Energieversorgern passieren. (hcn)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper