Steht seit 2009 an der Spitze der MVV Energie AG: Georg Müller

Steht seit 2009 an der Spitze der MVV Energie AG: Georg Müller

Bild: © MVV Energie AG

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV melden einen „außergewöhnlichen Ergebnisanstieg“ in den ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2023.

Die MVV erhöhte ihr operatives Adjusted Ebit (ohne Veräußerungsgewinne) für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 deutlich auf 449 Millionen Euro (Vorjahr: 207 Mio Euro). Die Umsatzerlöse stiegen im gleichen Zeitraum auf 4,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,7 Mrd. Euro). Die Angaben sind für den 1. Oktober 2022 bis zum 31. März 2023.

„Auch für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2023 rechnen wir damit, dass wir insbesondere in unserem Geschäftsfeld Commodities erhebliche Mehrerlöse im Handel mit erneuerbaren Energien sowie bei der Vermarktung unserer Kraftwerkspositionen erzielen können“, erläuterte Georg Müller, Vorstandsvorsitzender von MVV.

Neue Energien werden bei MVV weiter zulegen

„Darüber hinaus erwarten wir Ergebnissteigerungen in unseren Segmenten Neue Energien und Versorgungssicherheit“ Da sich außerdem die gesamtwirtschaftliche Perspektive inzwischen stabilisiert habe und der Winter vorbei sei, erhöhe MVV ihre Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr: „Aus operativer Sicht gehen wir davon aus, dass das Adjusted EBIT – also ohne Veräußerungsgewinne – für das Gesamtjahr 2023 zwischen 650 und 720 Millionen Euro liegen wird.“

Die bereinigten Umsatzerlöse von MVV bewegten sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 mit rund 4,1 Milliarden Euro um 52 Prozent über dem Vorjahr (2,7 Milliarden Euro).

Der Anstieg sei im Wesentlichen auf die gegenüber der Vorjahresperiode gestiegenen Großhandelspreise für Strom und Gas sowie auf höhere Umsätze bei der Entwicklung von Solar- und Windprojekten zurückzuführen.

Konservatives Risikomanagment

Auch das operative Ergebnis von MVV – also ohne den Veräußerungsgewinn aus dem im Dezember 2022 vollzogenen Verkauf des tschechischen Teilkonzerns – betrug 449 Millionen Euro und lag damit deutlich über dem vergleichbaren Vorjahresniveau (207 Millionen Euro).

Dieser starke Ergebnisanstieg resultierte insbesondere aus einer außergewöhnlichen Entwicklung bei den Energiehandels-Aktivitäten von MVV. Das Unternehmen habe die Vermarktung und Bewirtschaftung erneuerbarer Energien bei konservativem Management der Risiken systematisch ausgebaut. Mit diesen zusätzlichen Mengen sowie der Nutzung von Preisvolatilitäten seien erhebliche Mehrerlöse erwirtschaftet worden.

Auch der Zubau eigener Windkraftanlagen, ein höheres Windaufkommen sowie das Umweltgeschäft von MVV trugen zum Ergebnisanstieg bei. Negativ hingegen wirkten sich laut MVV die anteilige Erlösabschöpfung in den Monaten Dezember 2022 bis März 2023 aus, mit denen der Bund die Preisbremsen refinanziert.

Preissenkungen für Strom und Gas

Der MVV-Vorstandsvorsitzende kündigte zudem Preissenkungen für Strom- und Gas- Kunden von MVV ab Juli an.

Hohes Investitionsniveau für grüne Energien

Das Energieunternehmen hat im laufendem Geschäftsjahr bisher 160 Millionen Euro investiert (Vorjahr: 156 Mio Euro). So hat MVV bisher Erneuerbare-Energien-Projekte in einem Umfang von rund 500 Megawatt entwickelt.

Insbesondere die Wärmewende – gemeinsam mit der Stromwende und grünen Kundenlösungen als zentraler Bestandteil des Mannheimer Modells – beschleunigte das Unternehmen weiter.

Wichtige Leuchtturmprojekte starten

„In Mannheim und der Region sowie in Offenbach stellen wir unsere Fernwärme noch in dieser Dekade vollständig auf grüne Energiequellen um und in Kiel bis spätestens 2035“, erklärte MVV-Chef Dr. Müller. So wird MVV etwa in diesem Jahr in Mannheim ihre erste Flusswärmepumpe sowie eine Klärschlammbehandlungsanlage in Betrieb nehmen und im Jahr 2024 ihr Biomassekraftwerk auf der Friesenheimer Insel an das Fernwärmenetz anschließen.

„Mit einer deutlichen Reduktion der Emissionen allein kann Deutschland jedoch nicht klimaneutral werden“, so Müller. „Wir müssen zusätzlich der Atmosphäre Treibhausgase entziehen und dauerhaft binden, indem wir sie nutzen oder speichern. Auch dazu werden wir als Vorreiter der Energiewende unseren Beitrag leisten: Noch im Frühjahr 2023 nehmen wir in Mannheim eine erste Versuchsanlage zur CO2-Abscheidung für ein Jahr in Betrieb.“ (pfa)

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