Christian Hövelhaus, Gründer und Geschäftsführer des Flexibilitätsvermarkters Esforin

Christian Hövelhaus, Gründer und Geschäftsführer des Flexibilitätsvermarkters Esforin

Bild: © Esforin

Der Essener Flexibilitätsvermarkter Esforin will verstärkt um Kunden im Stadtwerkebereich werben. "Wir haben zwar mit Industriekunden mit hohen Energieverbräuchen begonnen, sind aber überzeugt, dass unsere Angebote auch für kommunale Unternehmen interessant sind", sagte Gründer und Geschäftsführer Christian Hövelhaus im Gespräch mit der ZfK.

Schon jetzt sei sein Unternehmen Dienstleister für etwa 15 Stadtwerke. Darunter befinden sich die Stadtwerke Wernigerode (Sachsen-Anhalt) und Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern).

Potenzial bei kleineren und mittleren Stadtwerken

Generell ortet Hövelhaus insbesondere bei kleineren und mittleren Stadtwerken, die nicht selbst an der Kurzfristbörse tätig sind, großes Potenzial. "Für sie bieten wir nach Wunsch als Dienstleister transparent die gesamte Produktpalette, die vom Portfolio- und Bilanzkreismanagement über die Marktkommunikation bis hin zur Kurzfristbeschaffung und Flexibilitätsvermarktung reicht."

Esforins Kerngeschäft ist es, Stromverbräuche entsprechend der Preissituation an Intraday-Märkten zu optimieren. Heißt: Selbst gebaute, individuelle Algorithmen passen voll automatisiert und digital Erzeugung und Verbrauch je nach Marktsituation an. Bei hoher Wind- oder Solarerzeugung können sie beispielsweise Blockheizkraftwerke oder GuD-Anlagen herunterfahren und benötigte Strommengen viertelstündig kostengünstiger zukaufen.

Intraday-Handel gewinnt an Bedeutung

"Wir sehen die Bereitstellung von Flexibilität als Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende", sagt Hövelhaus. "Denn je mehr kontrollierbare Flexibilität von unseren Kunden wir zum Beispiel in den Intraday-Märkten zur Verfügung stellen, desto mehr lassen sich erneuerbare Energien einsetzen. Unsere Flexibilitätsvermarktung ist somit die einzige CO2-Einsparmaßnahme, mit der ab Tag eins Geld verdient wird."

Der Intraday-Handel hat in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Die europaweit führende Kurzfristbörse Epex Spot registrierte allein für den Oktober ein Handelsvolumen von elf TWh – ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der deutsche Intraday-Markt bewegte sich mit einem Volumen von sechs TWh im kontinuierlichen Handel sogar auf einem Allzeithoch.

Esforin mit deutlichem Wachstum

Auch Esforin verzeichnet dieses Jahr ein deutliches Wachstum. Bis Ende November führte das Unternehmen nach eigenen Angaben knapp 3,4 Millionen Trades durch. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 2,2 Millionen Handelsgeschäfte gewesen. Esforin führt dies unter anderem auch auf die volatile Marktphase zurück, die sich für den Flexibilitätshandel als vorteilhaft erwiesen habe. (aba)

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