Trotz ungünstiger Rahmenbedingungen und zusätzlicher Risiken konnte die ESWE Versorgungs AG das Kalenderjahr 2022 mit einem „ausgesprochen guten“ Jahresergebnis abschließen, teilte der Energiedienstleister aus der Stadt Wiesbaden mit.
Das Unternehmensergebnis vor Ertragsteuern lag mit 51,8 Millionen Euro um 7,7 Millionen über dem Vorjahreswert (44,1 Mio. Euro) und damit auch deutlich über dem Planergebnis (43,0 Mio. Euro).
Verschiebung von Investitionen
Zur Sicherstellung der Liquidität habe ESWE im letzten Jahr einige nicht zwingend notwendige Investitionen verschoben bzw. ganz vermieden und den Vertrieb von Strom und Erdgas außerhalb der Region 2022 weitgehend eingestellt, da keine wettbewerbsfähigen Konditionen dargestellt werden konnten.
Ab 2. Quartal deutlich schlechtere Liquidität
Die exorbitanten Energiepreisentwicklungen hätten das Unternehmen aufgrund der langfristigen Beschaffungsstrategie zwar nicht unmittelbar getroffen, da ein Großteil der benötigten Strom- bzw. Gasmenge bereits vor dem Preisanstieg eingekauft worden waren.
Die gestiegenen Beschaffungs- und Baukosten sorgten dennoch dafür, dass sich die Liquiditätslage der ESWE Versorgungs AG im Laufe des 2. Quartals deutlich verschlechterte, weil den gestiegenen Ausgaben keine adäquaten Mehreinnahmen gegenüberstanden.
Aufgrund erhöhter Beschaffungskosten von zusätzlichen 44,9 Mio. Euro führte ESWE Versorgung im Oktober schließlich Preis- und Abschlagsanpassungen bei den Kundinnen und Kunden durch. Der Stromabsatz sank im Berichtsjahr um 7,3 Prozent und der Gasabsatz um 18,4 Prozent.
Weniger schlecht als erwartet
Insgesamt traten die im Wirtschaftsplan befürchteten Auswirkungen der Pandemie sowie der Preisturbulenzen jedoch nicht in dem Maße ein wie befürchtet. So gingen nun an die Landeshauptstadt Wiesbaden über die WVV Wiesbaden Holding GmbH als Mehrheitsaktionär (50,62 Prozent) abgeführte Gewinne in Höhe von 30,9 Mio. Euro – im Vorjahr waren es 24,4 Mio. Euro. (pfa)



