Innogy sieht in den USA einen bedeutenden Wachstumsmarkt für erneuerbare Energien.

Innogy sieht in den USA einen bedeutenden Wachstumsmarkt für erneuerbare Energien.

Bild: © Innogy SE

Die EU-Wettbewerbshüter nehmen sich für die Prüfung der geplanten Übernahme von Innogy durch Eon mehr Zeit. Wie die Europäische Kommission nun auf ihrer Webseite mitteilte, wurde die Prüffrist erneut gestoppt. Bereits im März hatte es einen Stopp gegeben, der am 11. April endete.

Der Stopp der Prüffrist sei nicht ungewöhnlich, hieß es bei Eon. "Bei so großen und komplexen Transaktionen ist es durchaus üblich, dass dies mehr als einmal passiert", sagte eine Sprecherin. Von kurzen Verzögerungen sei Eon bereits bei der Planung der Transaktion ausgegangen. "Sie ändern daher weiterhin nichts an unserem generellen Zeitplan." Eon-Chef Johannes Teyssen hatte Mitte März bei der Vorlage der Bilanz für 2018 gesagt, er sei "zuversichtlich, dass wir die erforderlichen Genehmigungen in der zweiten Jahreshälfte erhalten werden".

Lichtblick: Eon wird zum Daten-Monopolisten

Der Ökostromanbieter Lichtblick teilte mit, laut Informationen aus EU-Kreisen fordere die EU-Kommission nun weitere Unterlagen an, in denen es vermutlich um die Endkundenmärkte Smart Metering und Ladesäuleninfrastruktur in Deutschland gehen dürfte. "Sollte die EU-Kommission nach dem Stromvertrieb nun auch die Zukunftsmärkte unter die Lupe nehmen, wäre das ein sehr wichtiges Signal. Denn Eon wird zum Energie- und Daten-Monopolisten, wenn der Deal nicht deutlich eingeschränkt wird", wird Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei Lichtblick, in der Mitteilung zitiert.

Laut Lichtblik würde Eon nach dem vollzogenen Deal – inklusive ihrer Beteiligungen – rund 20 Millionen Strom-Zähler in Deutschland kontrollieren. Das entspreche einem Marktanteil von über 40 Prozent. Mit dem Zugriff auf diese künftig intelligenten Zähler – den Smart Metern – entwickle sich Eon zum "führenden Datenkonzern in der Energiewirtschaft". Darüber hinaus werde Eon durch die Übernahme der öffentlichen Ladesäuleninfrastruktur von Innogy in sehr vielen Regionen zum marktbeherrschenden Betreiber von Ladesäulen.

Teil der Transaktion bereits genehmigt

Innogy steht vor der Zerschlagung durch die Energiekonzerne RWE und Eon. Eon will die aktuell noch zu RWE gehörende Tochter komplett übernehmen und im Gegenzug den bisherigen Mehrheitsaktionär am eigenen Unternehmen mit knapp 17 Prozent beteiligen. Dabei will Eon das Netzgeschäft und den Stromvertrieb von Innogy behalten, während die erneuerbaren Energien beider Konzerne unter dem Dach von RWE vereint werden sollen. Den RWE betreffenden Teil der Transaktion haben die Wettbewerbshüter bereits genehmigt. (dpa/ls/hil)

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