Mecklenburg-Vorpommern, Sassnitz-Mukran: Blick auf die Mole des Hafen Mukran.

Mecklenburg-Vorpommern, Sassnitz-Mukran: Blick auf die Mole des Hafen Mukran.

Bild: © Stefan Sauer/dpa

Das Szenario der angestrebten Gasnachfragereduzierung von "REPowerEU" könnte die Abhängigkeit der EU vom LNG-Spotmarkt verlagern, rechnet die Agentur der europäischen Regulierungsbehörden (Acer) in ihrem "European LNG Market Monitoring Report" vor.

Mit den vertraglich abgesicherten 49 Mrd. Kubikmetern Erdgas im Jahr 2023 sei der Markt noch unzureichend mit langfristigen Mengen versorgt, also "under-contracted".

Zwischen 2027 und 2030 verändert sich allerdings die Situation. Mit 30 bis 40 Mrd. Kubikmetern vertraglich abgesicherter Mengen werde der Markt "over-contracted" sein, es werde also ein Überangebot an Langfristverträgen geben. Weil die "Free-on-Board"-Verträge flexibel sind, bestehe die Möglichkeit überschüssiges LNG auf dem Spotmarkt zu verkaufen, so Acer weiter.

Seit 2022 sind laut Acer in Europa neue Regasifizierungskapazitäten entstanden, um über 50 Mrd. Kubikmeter von LNG-Importen aufzunehmen. Rund 75 Prozent dieser Kapazitäten seien flexible schwimmende Speicher- und Regasifizierungseinheiten (FSRU).

13 Mrd. Kubikmeter aus Russland

Nach dem weitgehenden Lieferstopp der Gasimporte aus Russland haben laut Acer die LNG-Importe bei der Umstellung der Versorgungsinfrastruktur eine Schlüsselrolle gespielt. Der EU-LNG-Markt habe sich dabei mit 134 Mrd. Kubikmetern LNG zum "wichtigsten globalen Importmarkt" entwickelt. Von den EU-Staaten war Frankreich mit einem Anteil von 30 Prozent der größte LNG-Importeur.

Bemerkenswert, dass von den insgesamt 134 Mrd. Kubikmetern etwa 18 Mrd. Kubikmeter LNG weiterhin aus Russland stammen. Laut Acer handelt es sich mehrheitlich um Lieferungen aus Langzeitverträgen, die vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 abgeschlossen wurden. Angesichts dieser LNG-Importmengen ist die Abkehr Europas von russischem Erdgas also nicht vollständig gelungen. (am)

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