Der Oldenburger Regionalversorger EWE muss dieses Jahr zum vierten Mal seine Gaspreise in der Grundversorgung anheben. Gestartet war der Konzern zum Jahresauftakt mit einem im Vorjahresvergleich leicht erhöhten Preis von 7,75 Cent pro kWh.
Im April dann die nächste Steigerung. In der Folge kostete die Kilowattstunde 10,06 Cent pro kWh. Im Juli wieder ein Aufschlag. Seitdem berechnet der Konzern 13,17 Cent pro kWh.
Rund 110.000 Gaskunden betroffen
Zu Beginn der Heizperiode im Oktober nun also Preiserhöhung Nummer vier. Dann müssen grundversorgte EWE-Kunden 14,99 Cent zahlen. Damit hat sich der Preis im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.
Betroffen seien rund 110.000 Gaskunden, heißt es in einer Presseaussendung des Konzerns. Dazu kämen 375.000 Stromkunden in der Grund- und Ersatzversorgung, die ab Oktober 37,81 Cent pro kWh zahlen müssen – und damit 11,76 Cent mehr als heute.
"Putins Krieg ist auch ein Wirtschaftskrieg"
EWE begründet das Vorgehen mit deutlich nach oben gekletterten Großhandelspreisen. "Zur Wahrheit gehört: Putins Krieg ist auch ein Wirtschaftskrieg, der zu erheblicher Verknappung der Gasimporte führt und damit zu extrem hohen Preisen", wird Vorstandschef Stefan Dohler zitiert.
Oliver Bolay, Geschäftsführer von EWE Vertrieb, verweist zudem darauf, dass sowohl bei Strom als auch bei Gas Kunden hinzugekommen und gleichzeitig nur sehr wenige Kunden abgewandert seien. "Das ist zwar ein Zeichen dafür, dass Kunden in der Krise auf sichere und stabile Energieversorger setzen", wird er zitiert. "Es bedeutet aber auch, dass EWE für mehr Kunden als geplant Energie beschaffen muss und das zu den aktuell massiv hohen Preisen."
Auch Wuppertal erhöht Preise
Am Donnerstag gaben auch die Wuppertaler Stadtwerke bekannt, ihre Preise zu erhöhen. Gleichzeitig führen sie die im vergangenen Winter gesplitteten Tarife für Bestands- und Neukunden wieder zusammen.
Für Bestandskunden heißt das: Statt 8,40 Cent müssen sie von Oktober an 14,33 Cent pro kWh Gas zahlen – ein Plus von 71 Prozent.
Bei Strom verlangen die Stadtwerke dann 37,21 Cent statt bislang 26,07 Cent pro kWh – ein Plus von 43 Prozent. (aba)



