Für den Vertrieb vom Oldenburger Energiekonzern EWE war 2023 kein gutes Geschäftsjahr. Das Segment machte 50 Mio. Euro weniger Umsatz als im Vorjahr, erklärte Vorstandschef Stefan Dohler auf der Bilanzpressekonferenz.
Das liege daran, dass die Energiepreise gefallen sind und die Kunden im Winter sparsam waren. Viele der Kunden, die in der Krise zu EWE gewechselt waren, seien zudem abgewandert. Grund dafür ist auch, dass die Discountanbieter wieder ins Geschäft eingestiegen sind. „Wir haben aber konkurrenzfähige Preise“, versichert Dohler.
Viele Ausgaben für Kundenservice
Zudem hat EWE laut Vorstand viel in die Kundenzufriedenheit investiert. Hintergrund sind lange Wartezeiten bei den Jahresabrechnungen, von denen tausende Kunden betroffen waren. Bis zu 500 Mitarbeitende eines externen Dienstleisters wurden zusätzlich beschäftigt, um die großen Rückstände aufzuarbeiten. Zudem zahlte das Unternehmen bisher 2 Mio. Euro in Entschuldigungszahlungen.
Für den Konzern war 2023 insgesamt trotzdem ein besonderes gutes Jahr: Das EBIT belief sich auf rund eine Mrd. Euro, rund 50 Prozent höher als im Vorjahr. Das gute Ergebnis sei ein Sonderfall, für dieses Jahr erwartet das Unternehmen niedrige Zahlen.
Die guten EBIT-Zahlen führt der im Mai scheidende Finanzvorstand Wolfgang Mücher auf das Handels- und Speichergeschäft zurück. 573 Mio. Euro spielte das Markt-Segment ein. „Wir haben nicht spekuliert.
Milliarden Investitionen und Verkauf vom Offshore-Geschäft
Im vergangenen Geschäftsjahr hat EWE 1,15 Mrd. Euro investiert, die Hälfte davon floss in Infrastruktur wie Strom- und Fernwärmenetze. Die Investitionssumme ist rund 50 Prozent höher als im Vorjahr.
In Zukunft werde man weniger Kilowattstunden Strom verkaufen, dafür gäbe es große Potenziale im EDL-Bereich.
Ewe will demnächst sein Offshore-Geschäft veräußern. „Wir haben sechs Wachstumsfelder und die Offshore-Winderzeugung gehört nicht dazu“, sagt Dohler. Man werde aber insgesamt keine Verkäufe tätigen, die EWE als Unternehmen wesentlich veränderten. (pfa)



