Als Grundlage der Nachzahlungsprognose von Techem dienen die Daten des Deutschen Wetterdienstes sowie Preisangaben des Statistischen Bundesamtes.

Als Grundlage der Nachzahlungsprognose von Techem dienen die Daten des Deutschen Wetterdienstes sowie Preisangaben des Statistischen Bundesamtes.

Bild: © nenetus/Adobestock

Der Oldenburger Energie- und Telekommunikationsdienstleister EWE wird eine einmalige „Entschuldigungszahlung“ an Kundinnen und Kunden leisten, die lange auf die Auszahlung eines Guthabens aus ihrer Jahresrechnung für Strom, Erdgas oder Wärme warten mussten. Über 100.000 Kunden dürften voraussichtlich eine entsprechende Überweisung erhalten, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Zum Vergleich: EWE hat rund 1,5 Mio. Strom- und 0,7 Mio. Erdgaskunden.

„Wir haben unsere Kundinnen und Kunden im vergangenen Spätsommer dazu aufgerufen, in der Energiekrise möglichst viel Energie zu sparen und die Monatsabschläge an die seinerzeit stark gestiegenen Preise anzupassen“, wird EWE-Marktvorstand Christian Friege in einer Pressemitteilung zitiert. Wenig später habe die energiewirtschaftliche Sondersituation der vergangenen Monate zu großen Herausforderungen im Kundenservice beigetragen. Als Folge davon sei das Unternehmen bei der Erstellung von Rechnungen in Verzug geraten.

„Dabei haben wir es nicht gut genug geschafft, unsere Systeme und Prozesse anzupassen“, so Friege. Dies dürfe nicht zum Nachteil derjenigen sein, die dem Aufruf von EWE gefolgt seien und aus ihrer Jahresrechnung ein Guthaben erwarteten. „Bei ihnen bitten wir um Entschuldigung und glauben, eine sichtbare und pragmatische Lösung gefunden zu haben“.  

"Gut fünfstellige Zahl an Kunden wartet noch auf Jahresrechnung für 2022"

Parallel arbeite EWE weiter intensiv daran, auch die letzten noch ausstehenden Jahresrechnungen so schnell wie möglich zu den Kundinnen und Kunden zu bringen.

Eine gut fünfstellige Zahl an Kunden wartet laut Angaben von EWE noch auf ihre Jahresrechnung für 2022. Die Verzögerung hängt offenbar damit zusammen, dass sich das Unternehmen bei Einführung der Preisbremsen mitten in einer IT-Systemumstellung auf Powercloud befand. Ein Teil der Kunden war beim Start der Preisbremsen noch im alten System, ein Teil bereits in Powercloud. Die staatliche Entlastungsmaßnahme musste also in zwei Systemen parallel umgesetzt werden.

Wie vielerorts waren im Frühjahr zudem auch die Kundenschnittstellen von EWE überlastet. Der Regionalversorger hat hier nach eigenen Angaben verschiedene Initiativen auf den Weg gebracht, um den Kundenservice in der aktuellen Situation zu stabilisieren und das Kundenerlebnis nachhaltig zu verbessern.

Kunden erhalten Direktüberweisung oder auszahlbaren Barcode

Voraussetzung für die Entschuldigungszahlung ist, dass nach wie vor ein aktives Kundenverhältnis besteht, die Jahresrechnung ein Guthaben von mindestens 100 Euro aufweist und dass länger als sechs Wochen nach Ablauf der kundenindividuellen Verbrauchsperiode noch keine Jahresabrechnung vorliegt. Der Umfang der Zahlung berücksichtige die Höhe des Guthabens und die Dauer der Wartezeit. Die überwiegende Zahl der Kunden werde Beträge zwischen fünf und 20 Euro erhalten, heißt es auf Anfrage.

 „Wenn bei uns eine Bankverbindung hinterlegt ist, überweisen wir den Betrag direkt an die Kundinnen und Kunden“, erläutert Friege. Sei dies nicht der Fall, sende EWE einen Barcode zu, der in teilnehmenden Supermärkten oder Geschäften wie ein Pfandbon an der Kasse vorgezeigt werden kann. Der Betrag wird dann vor Ort in bar ausgezahlt. (hoe)

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