Der EWE-Aufsichtsrat hatte im Februar 2017 entschieden, den damaligen Vorstandschef Matthias Brückmann mit sofortiger Wirkung zu entlassen.

Der EWE-Aufsichtsrat hatte im Februar 2017 entschieden, den damaligen Vorstandschef Matthias Brückmann mit sofortiger Wirkung zu entlassen.

Bild: © EWE AG

Der Oldenburger Energieversorger EWE hat die entscheidende Phase bei der Suche nach einem langfristig orientierten, finanzkräftigen Partner eingeläutet: In einem heute veröffentlichten Inserat in der "Financial Times" werden potenzielle Investoren gebeten, ihr Interesse für den zum Verkauf stehenden Anteil in Höhe von 26 Prozent zu bekunden. Diese können sich hierzu bis 21. März an die Citigroup wenden, die Großbank wird die Transaktion begleiten. Laut Pressemitteilung "wird der Verkaufsprozess voraussichtlich im Laufe des Jahres abgeschlossen sein".

Der Wert der Beteiligung wird gemäß früheren Berichten der Nachrichtenagentur Reuters auf 1,5 bis 1,6 Mrd. Euro taxiert. Bisher war in Marktkreisen vor allem institutionellen Investoren wie einem Konsortium bestehend aus der Allianz und dem australischen Infrastrukturfonds Macquarie, aber auch dem kanadischen Pensionsfonds Omers und dem niederländischen Pendant PGGM sowie dem australischen Fonds IFM Interesse nachgesagt worden. EWE habe sich bewusst bisher nicht festgelegt, ob der neue Partner ein strategischer oder ein Finanzinvestor werde, hatte EWE-Chef Stefan Dohler noch im Sommer vergangenen Jahres in einem Interview mit dem "Handelsblatt" bekräftigt.

Neue Konzernstrategie bildet die Basis

Auch für einen ausländischen Investor sei man offen, hieß es noch Anfang des Jahres. Wichtig sei, dass es sich um einen langfristig orientierten Partner handle, der die Strategie des Unternehmens mittrage. Erst im vergangenen Sommer hatte EWE eine überbearbeitete Konzernstrategie vorgestellt, die die Grundlage für die Investorensuche bildet. Demnach soll sich der Konzern zu einem Dienstleistungsunternehmen wandeln, das Angebote rund um Energie, Kommunikation, Daten und Mobilität verstärkt gebündelt anbietet.

Wachstumschancen sieht Stefan Dohler in den Bereichen Erneuerbare Energien, Mobilität, neue Speicherlösungen, Energiedienstleistungen und bei der Vernetzung von Daten. Das Türkeigeschäft hat EWE hingegen kürzlich verkauft, auch von weiteren Aktivitäten, wie der Beteiligung am IT-Dienstleister BTC, will man sich trennen. Angestoßen wurde die neuerliche Partnersuche dadurch, dass der Energiekonzern EnBW 2016 schrittweise in einem Tauschgeschäft mit der Trennung von seinem 26-Prozent-Anteil an EWE begonnen hat. EnBW hält aktuell noch sechs Prozent an dem Oldenburger Energiekonzern, der noch in diesem Jahr an den EWE-Verband veräußert werden soll.

Anteil der Kommunen würde auf 74 Prozent sinken

Mehrheitseigner von EWE sind mit 84 Prozent der Anteile 21 Städte und Landkreise aus dem Ems-Weser-Elbe-Bereich, die restlichen zehn Prozent liegen aktuell bei der EWE AG. Sollte der anvisierte Verkauf des Anteilspakets zustande kommen, sinkt der Anteil der kommunalen Anteilseigner auf 74 Prozent und die EWE AG würde ihr Aktienpaket ebenfalls veräußern können. (hoe)

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