Der EWE-Vorstand bei der Bilanzpressekonferenz in Oldenburg (von links): Michael Heidkamp (Markt), Urban Keussen (Technik), Marion Rövekamp (Personal und Recht), Stefan Dohler (Vorsitzender) und Wolfgang Mücher (Finanzen)

Der EWE-Vorstand bei der Bilanzpressekonferenz in Oldenburg (von links): Michael Heidkamp (Markt), Urban Keussen (Technik), Marion Rövekamp (Personal und Recht), Stefan Dohler (Vorsitzender) und Wolfgang Mücher (Finanzen)

Bild: © EWE

Der Oldenburger Energieversorger EWE hat im vergangenen Jahr ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 377,1 Mio. Euro erwirtschaftet – das entspricht einem Minus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz ging aufgrund der erstmaligen Anwendung neuer Rechnungslegungsvorschriften um über 25 Prozent zurück auf über 5,7 Mrd. Euro. "Wir blicken auf ein schwieriges, aber dennoch erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück", zeigte sich der EWE-Vorstandsvorsitzende Stefan Dohler bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag aber dennoch zufrieden.

Das Unternehmen agiere weiterhin unter einem hohen Wettbewerbs- und Veränderungsdruck. Dieser habe sich wie erwartet auch in der Bilanz niedergeschlagen, EWE war von einem Ebit-Rückgang zwischen 15 und 30 Prozent ausgegangen. Dennoch habe man einen realistischen Blick auf das Umfeld gehabt und die für 2018 gesteckten Ziele erreichen können. Ergebnismindernd wirkte sich laut Finanzvorstand Wolfgang Mücher auch das Netzentgeltmodernisierungsgesetz aus, das zu einer signifikanten Reduzierung von Erlösen aus vermiedenen Netznutzungsentgelten geführt habe.

Höhere Investitionen

Hinzu kämen regulatorische Effekte in den Netzgesellschaften von EWE und der Bremer swb. Die Erstanwendung  der internationalen Rechnungslegungsvorschriften zur Umsatzrealisierung aus Verträgen mit Kunden (IFRS 15) hingegen hätten die Umsätze nur buchhalterisch sinken lassen, seien jedoch ohne Auswirkungen auf das Ergebnis geblieben. Die Investitionen hat das Unternehmen im vergangenen Jahr auf 529,7 Mio. Euro gesteigert (Vorjahr: 500,4 Mio. Euro), das Geld floss dabei vor allem in die Strom-, Gas- und Telekommunikationsnetze. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl erhöhte sich um 291 auf 8508.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet EWE-Chef Stefan Dohler einen Anstieg des operativen Ergebnisses um zehn bis 25 Prozent. "EWE hat eine solide Basis, eine klare Strategie und engagierte Mitarbeiter, um sich Schritt für Schritt zu einem modernen und stärker digitalen Dienstleistungsunternehmen zu wandeln", so Dohler. Mit dem Verkauf der türkischen Gesellschaften, der Kooperation mit der Telekom beim Glasfaserausbau im Nordwesten – hier erwartet Dohler bis zum Sommer grünes Licht vom Bundeskartellamt - und der Suche nach einem neuen strategischen Investor habe man wesentliche Weichenstellungen vorgenommen.

Partnersuche auf Kurs

Bei der Partnersuche sei man auf Kurs. Vorgesehen ist ein zweistufiger, transparenter Prozess, bei dem Interessenten in der ersten Phase indikative und in der zweiten Phase verbindliche Angebote abgeben müssten, Phase eins soll über den Sommer abgeschlossen werden. Wie viele Interessenten noch im Rennen sind, dazu wollte sich der EWE-Chef auf Journalistenanfrage nicht äußern. Ein Börsengang, wie vereinzelt kolportiert worden war, werde nicht angestrebt, versicherte der Vorstandsvorsitzende.

Bündelung der Windkraft-Aktivitäten

Um die Stärken im Konzern noch besser zu bündeln, werden die Windkraft-Aktivitäten der EWE und der swb in einer gemeinsamen Gesellschaft zusammengefasst. Davon sind rund 100 Mitarbeiter betroffen, die betroffenen Standorte sollen weiter bestehen bleiben. Ähnliche Überlegungen gibt es im Wasserbereich. Da hier in Bremen bereits ein großes Cluster existiert, könnte diese Sparte mehrheitlich an die swb übertragen werden, der Sitz von EWE Wasser bliebe aber weiterhin in Cuxhaven. (hoe)

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