Eine unerwartete Nachricht des französischen Energiekonzerns EDF hat den europäischen Strommarkt weiter verunsichert.

Eine unerwartete Nachricht des französischen Energiekonzerns EDF hat den europäischen Strommarkt weiter verunsichert.

Bild: © Dorian Hurst/Unsplash

Der französische Stromriese EDF hat das erste Halbjahr mit einem Nettoverlust von 5,3 Mrd. Euro abgeschlossen. Der scheidende Konzernchef Jean-Bernard Lévy führte dies vor allem auf deutlich weniger selbst produzierten Strom sowie auf den für dieses Jahr gültigen, vom französischen Staat angeordneten Preisdeckel für Endkunden zurück.

Die Ergebnisbeiträge anderer Geschäftsfelder der Gruppe wüchsen demgegenüber stark, teilte Lévy weiter mit. Gemeint sind unter anderem der Energiehandel sowie der Erneuerbaren-Bereich. Letzterer stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 70 Prozent.

Andauernde AKW-Sorgen

EDF musste im laufenden Jahr die Prognosen für seinen selbst produzierten Strom mehrfach nach unten schrauben. Wegen Wartungs- und Reparaturarbeiten fiel bislang ein großer Teil seiner Kernkraftwerke für mehrere Wochen oder noch länger aus. Zurzeit stehen 29 der insgesamt 56 Anlagen still. Auch die konzerneigenen Wasserkraftwerke erreichten die selbst gesetzten Zielmengen nicht.

In der Folge musste EDF "bedeutende" Strommengen zu extrem hohen Preisen am Markt nachkaufen, wie Lévy ausführt.

Komplette Verstaatlichung

Der französische Staat hält aktuell 84 Prozent der Anteil an EDF. Regierungschefin Elisabeth Borne kündigte bereits an, den Konzern wieder komplett verstaatlichen zu wollen, auch um den Bau sechs neuer Atomkraftwerke zu garantieren.

Knapp 10 Mrd. Euro will Frankreich für den Rückkauf der restlichen Anteile bieten.

Total verdient dank gestiegener Preise

Deutliche Gewinne präsentierten am Donnerstag die Energieriesen Shell, Repsol und Totalenergies.

Der französische Konzern Total verdiente im zweiten Quartal dank gestiegener Preise und seines Raffineriegeschäftes mehr. Der Gewinn stieg trotz einer Abschreibung auf einen Anteil an einem russischen Gasproduzenten um 158 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr waren es 2,2 Milliarden. Bereinigt um Sondereffekte kletterte das Ergebnis auf den Rekordwert von 9,8 Milliarden Dollar.

Shell mit 11,5 Mrd. Dollar Gewinn

Shell fuhr einen bereinigten Gewinn von 11,5 Mrd. Dollar ein. Das ist mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Dabei konnte der britische Konzern geringere Ergebnisse im Flüssigerdgas-Handel durch höhere Preise und Raffinerie-Gewinnmargen sowie bessere Ergebnisse im Gas- und Stromhandel ausgleichen.

Auch Repsol mit starkem Ergebnis

Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 18 Mrd. Dollar und verfünffachte damit den Vorjahreswert. Im Vergleich zum ersten Quartal war es mehr als doppelt so viel. Damals hatte der Rückzug aus dem Russland-Geschäft das Ergebnis gedrückt.

Auch bei Repsol klingelte die Kasse. Im ersten Halbjahr erzielte der Konzern aus Madrid einen Nettogewinn von mehr als 2,5 Mrd. Euro. Das war gut doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Fast die Hälfte wurde durch den Buchwert der Vorräte erzielt, die Repsol als strategische Reserve für Spanien lagert. (aba/dpa)

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