Auf dem ehemaligen Bosch-Gelände in Rutesheim entsteht ein neues Wohnquartier. Das Bild zeigt Bürgermeisterin Susanne Widmaier (rechts) beim Besuch der Landesministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi (zweite von rechts).

Auf dem ehemaligen Bosch-Gelände in Rutesheim entsteht ein neues Wohnquartier. Das Bild zeigt Bürgermeisterin Susanne Widmaier (rechts) beim Besuch der Landesministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi (zweite von rechts).

Bild: © Gemeinde Rutesheim

Mit sechs potentiellen Netzbetreibern hat Bürgermeisterin Susanne Widmaier (parteilos) Vorgespräche geführt und sich dann doch letztendlich  dem Gemeinderat von einer Fremdvergabe abgeraten. Stattdessen hat die politische Vertretung der rund 11.000 Einwohner starke Stadt Rutesheim (Landkreis Böblingen) für ihr Großprojekt einer eigenen Nahwärmeversorgung ein eigenes Stadtwerk in der Form eines Eigenbetriebs gegründet, schreibt die „Stuttgarter Zeitung“. Das neue kommunale Unternehmen soll eine eigenständige Betriebsleitung erhalten.

Konkreter Anlass für die Gründung ist ein geplantes Quartier mit rund 250 neuen Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Bosch-Areals. Für dieses und das angrenzende Schulzentrum samt Schwimm- und Sporthalle wird eine eigene Nahwärmeversorgung aufgebaut. Die Energie dafür soll aus regenerativen Quellen stammen. Denkbar sind etwas Biogas, Holz, Photvoltaik, Wärmepumpen, die Abwärme von Unternehmen und aus dem Abwasser sowie Solarthermie. In dem Quartier soll rund 30 Prozent des Wohnraums gefördert sein.

„Private Anbieter wollen Geld verdienen, wir als Kommune hätten keinen Einfluss mehr auf mögliche Energiequellen gehabt“, verdeutlicht Widmaier. Deshalb müsse das Nahwärmeprojekt ebenso in kommunaler Hand bleiben, wie die bereits bestehende Wasserversorgung. Bei dieser Entscheidung seien nicht ausschließlich monetäre Kriterien entscheidend, sondern auch Faktoren wie Klimaschutz und Bürgerfreundlichkeit.

Ausweitung der Nahwärmeversorgung auf Bestandsgebäude ist das Ziel

Aber auch eine Ausweitung der Nahwärmeversorgung auf Bestandsgebäude und eine Netzerweiterung sind in der Diskussion. Deshalb lässt die Stadtverwaltung zusätzlich noch eine freiwillige kommunale Wärmeplanung in ganz Rutesheim durchführen. Diese ist in Baden-Württemberg eigentlich erst für Kommunen mit über 20.000 Einwohnern verpflichtend.

„Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, über die Versorgung des Bosch-Areals hinaus zu prüfen, ob und in welchen städtischen Quartieren der Aufbau einer Nahwärmeversorgung sinnvoll sein könnte“, heißt es in einer Pressemitteilung der Rutesheimer Stadtverwaltung.

"Wollen ganz Rutesheim mit Nahwärme versorgen"

Durch den Aufbau einer Nahwärmeversorgung hätten private Hauseigentümer künftig in ausgebauten Bereichen die Möglichkeit, zu entscheiden, ob sie ihre Gebäude an diese anschließen oder bestehende alte Gas- oder Ölheizungen individuell durch neue Heiztechnik ersetzen wollen.

„Wir arbeiten weiter entschlossen daran, unser Energiekonzept umzusetzen und hoffen, irgendwann nicht nur das Bosch-Areal, sondern ganz Rutesheim durch Nahwärme zu versorgen“, fasst Susanne Widmaier zusammen. (hoe)

      

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