Die Gaskrise hält Deutschland im Atem.

Die Gaskrise hält Deutschland im Atem.

Bild: © Giorgio Trovato/Unsplash

Nach ZfK-Informationen hat die Trading Hub Europe (THE), Marktgebietsverantwortliche für den deutschen Gasmarkt, der Gas.de Versorgungsgesellschaft die Bilanzkreisverträge gekündigt. Demnach wird die Kündigung zum Freitag, 3. Dezember, 6 Uhr, gültig.

Auf ZfK-Nachfrage wollte die THE zum Sachverhalt keine Auskunft geben.

Fall für Grundversorger

Marktgebietsverantwortliche können Bilanzkreisverantwortlichen den Vertrag kündigen, wenn diese keine Sicherheitsleistungen mehr bereitstellen oder keine Vorauszahlungen mehr leisten. Die ZfK-Frage, wie es mit Gas.de nun weitergeht, ließ das Unternehmen mit Sitz in Kaarst (Nordrhein-Westfalen) wie alle anderen Fragen unbeantwortet.

Gas.de kann nach der Kündigung Kunden im entsprechenden Marktgebiet nicht mehr mit Gas versorgen. Diese fallen in die Ersatzversorgung der örtlichen Grundversorger.

Werben als Billiganbieter

Die Gas.de Versorgungsgesellschaft wurde im Jahr 2010 gegründet. Sie gehört wie der Stromversorger Stromio zum Konzern Universal Utility International.

Im Geschäftsbericht 2019 hieß es, dass Gas.de eine "große Zahl an Privat- und kleineren Gewerbekunden" beliefere. Sie warb damit, dass sie als unabhängiger Energieversorger ohne Zwischenhändler die ökonomischen Vorteile nutzen und Kostenvorteile direkt an die Kunden weiterreichen könne.

Umsatz von 427,8 Mio. Euro

Im selben Bericht wird der Umsatz von Gas.de mit 427,8 Mio. Euro angegeben, wobei 99 Prozent der Umsätze in Deutschland realisiert wurden. Das Betriebsergebnis wurde mit 59,9 Mio. Euro angegeben.

Auf seiner Website warb Gas.de noch am Donnerstag mit "günstigem Gas" und dem Versprechen, "bis zu 500 Euro" sparen zu können. Der Abschluss eines neuen Vertrages war aber schon nicht mehr möglich. (aba)

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