Mit separaten Grundversorgungstarifen und Ablehnung von Neukunden in der Ersatzversorgung betreten viele Unternehmen zurzeit rechtliches Neuland.

Mit separaten Grundversorgungstarifen und Ablehnung von Neukunden in der Ersatzversorgung betreten viele Unternehmen zurzeit rechtliches Neuland.

Bild: © Ben White/Unsplash

Es sind nur Momentaufnahmen, die sich inmitten stark schwankender Großmarktpreise schnell wieder ändern können. Doch nach weiteren Erhöhungsrunden großer Gasversorger liegen die Gaspreise in der Grundversorgung zu Beginn des kommenden Jahres teils deutlich auseinander.

So berechnet die Berliner Gasag für die Kilowattstunde dann 19,69 Cent pro kWh – ein Plus von 95 Prozent gegenüber dem jetzigen Preis. Zahlen grundversorgte Gaskunden in der bevölkerungsreichsten Stadt Deutschlands bislang noch etwas weniger als grundversorgte Gaskunden in Hamburg, der zweitgrößten Stadt des Landes, dürfte sich das zumindest im Januar spürbar ändern.

Eon verlangt in Hamburg 11,22 Cent pro kWh

In Hamburg, wo Energiekonzern Eon Grundversorger ist, steht der Kilowattstundenpreis derzeit bei 11,22 Cent pro kWh. Bislang hat Eon nach ZfK-Kenntnisstand keine Erhöhung für den 1. Januar angekündigt.

Grundlage der Berechnungen ist jeweils ein Jahresverbrauch von 18.000 kWh. Nicht berücksichtigt sind Grundpreise.

Preise nahe 20 Cent pro kWh

Die Tendenz geht dabei deutlich Richtung Gasag-Preisniveau. So steht der Grundversorgungspreis bei der Kölner Rheinenergie bei 17,13 Cent pro kWh. Das Unternehmen erhöhte bereits im Oktober. Zum Jahreswechsel zahlen auch in Frankfurt am Main grundversorgte Kunden mehr. Energiekonzern Mainova berechnet dann 17,37 Cent pro kWh.

Noch höher sind von Januar an die Grundversorgungspreise in München. Die dortigen Stadtwerke heben auf 21,09 Cent pro kWh an.

Verivox: 10 Angebote vor Gasag-Grundversorgungstarif

Als Folge dessen werden auch Konkurrenzangebote auf Deutschlands gängigen Vergleichsportalen wieder wettbewerbsfähiger. Am Donnerstag lagen bei Verivox zehn Angebote vor dem ebenfalls gelisteten, für Januar gültigen neuen Grundversorgungstarif der Gasag. Am Dienstag hatte die Gasag mit bislang gültigen Grundversorgungspreisen noch mit weitem Vorsprung Platz eins belegt.

Auch in München wittern offenbar Gasanbieter Morgenluft. 15 der 19 gelisteten Angebote lagen unter dem ab Januar gültigen Grundversorgungspreis der örtlichen Stadtwerke.

Morgenluft in München

Ganz vorne tummelten sich Goldgas, eine zum EnBW-Konzern gehörende Marke (18,11 Cent pro kWh), Regionalversorger Maingau (18,30 Cent pro kWh) und der Privatanbieter Montana (18,45 Cent pro kWh). Unter den Top 10 befanden sich zudem Anbieter mit kommunalem Hintergrund wie Brillant Energie (Stadtwerke Leipzig), Enno Energie (Stadtwerke Brilon) und NEW.

Keine Angebote für München gab dagegen Deutschlands Marktführer Eon ab. Auch seine Tochterunternehmen Eprimo und E wie Einfach waren am Donnerstag nicht gelistet. (aba)

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