Grüner Strom made in Reken: (von links) Josef Wenning (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Reken), Ron Keßeler (Geschäftsführer der Stadtwerke Borken und der Emergy), Rekens Bürgermeister Manuel Deitert und Hans-Georg Althoff (Geschäftsführer der Gemeindewerke Reken) nahmen die Windkraftanlage im Kreulkerhok in Reken in Betrieb.

Grüner Strom made in Reken: (von links) Josef Wenning (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Reken), Ron Keßeler (Geschäftsführer der Stadtwerke Borken und der Emergy), Rekens Bürgermeister Manuel Deitert und Hans-Georg Althoff (Geschäftsführer der Gemeindewerke Reken) nahmen die Windkraftanlage im Kreulkerhok in Reken in Betrieb.

Bild: © Gemeindewerke Reken

Im Entwurf zum neuen Bürgerenergiegesetz in Nordrhein-Westfalen werden die Kommunen ermuntert, sich beispielsweise direkt an neuen Windkraftanlagen zu beteiligen. Auch in der Stadt Reken im Münsterland mit über 15.000 Einwohnern haben die noch jungen Gemeindewerke  jetzt diesen Schritt gemacht.

Vergangenen Freitag ging dort in der Nähe der Autobahn A 31 eine neue Windkraftanlage ans Netz. Der dort erzeugte Strom kann künftig über ein Regionalstromprodukt direkt von den Bürgern vor Ort bezogen werden. Die Anlage kann laut Pressemitteilung rechnerisch mehr als 4200 Haushalte mit grünem Strom versorgen, das entspricht knapp der Hälfte aller Haushalte der Stadt.

Mit dem Angebot von grünem Strom „made in Reken“ eröffne man Bürgerinnen und Bürgern neue Möglichkeiten, die Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten und einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und zur Energiewende vor Ort zu leisten, erklärten die beiden Geschäftsführer der Gemeindewerke Reken, Hans-Georg Althoff und Thomas Abels, auf Anfrage.

Die Windkraftanlage (WKA) im Kreulkerhok gehört laut den Gemeindewerken zu den größten und modernsten ihrer Art. Ihre Nabenhöhe liegt bei 165 Metern, die Gesamthöhe, an der Spitze der drei gewaltigen Rotorblätter gemessen, bei 245 Metern. Die Anlage kann bis  zu 14,8 Millionen kWh grünen Strom pro Jahr produzieren.

Zuschlag im EEG-Ausschreibungsverfahren

Zwischen der Aufnahme  erster konkreter Projektüberlegungen und der Inbetriebnahme lagen weniger als drei Jahre. Im Mai vergangenen Jahres hatte das Projekt den Zuschlag im EEG-Ausschreibungsverfahren erhalten. Ermöglicht wird das Vorhaben durch eine Kooperation mit dem Emergy-Verbund und den dazugehörigen Stadtwerken Borken.

Die Borkener sind sowohl für den technischen und kaufmännischen Betrieb der Windkraftanlage zuständig und haben die Federführung bei Entwicklung und Vertrieb des Regionalstromprodukts. „Die Herausforderungen in der Energiewende gehen uns nicht aus und so haben wir perspektivisch viele Themen, die ihren Platz bei den Rekener Gemeindewerken bekommen können“, ergänzte Ron Keßeler, Geschäftsführer der Stadtwerke Borken und der Emergy.

Aufbau weiterer Geschäftsfelder ist geplant

Die Stadt Reken hält 74,9 Prozent der Anteile an den Gemeindewerken, die Stadtwerke Borken 25,1 Prozent.  Die Gemeindewerke Reken haben derzeit keine eigenen Mitarbeiter, die beiden Geschäftsführer stellen die Leistungserbringung aus den Gesellschafterhäusern sicher. Zukünftig stünden weitere Geschäftsfelder rund um die Themen Energie- und Wärmewende, aber auch gemeinschaftliche öffentliche Daseinsvorsorge in der Region im Fokus der Entwicklung der Gemeindewerke, heißt es weiter.

„Die Herausforderungen in der Energiewende gehen uns nicht aus und so haben wir perspektivisch viele Themen, die eine stärkere Zusammenarbeit in der Region erfordern wie beispielsweise Speicherung, Wärmeplanung, Tiefengeothermie, Bäderbetriebe“, erklärten die beiden Geschäftsführer Althoff und Ables. All diese Themen könnten ihren Platz bei den Rekener Gemeindewerken bekommen. Das Modell der Gemeindewerke könne auch Modell für andere Kommunen in der Region sein. (hoe)

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