Die Energieversorgung Gera (EGG) haben die beiden neuen BHKW-Zentren Tinz und Lusan in Betrieb genommen. Seit Jahresbeginn erfolgt die Überführung in den Regelbetrieb. Damit startet das neue Fernwärmekonzept in Gera.
Bekanntlich hat Engie, nahezu 100-Prozent-Eigner der EGG, im April 2017 ein Konzept zum Umbau der Fernwärmeversorgung in Gera vorgelegt. Die beiden bisherigen Erzeugungsanlagen, das Heizkraftwerk (HKW) Gera-Nord sowie das Heizwerk Gera-Süd, wurden durch neun Blockheizkraftwerke (BHKW) ersetzt und die Fernwärmeversorgung wurde von Dampf- auf Heißwasserbetrieb umgestellt. Die beiden bisher genutzten Kraftwerke aus den 1990er-Jahren entsprachen durch den gesunkenen Fernwärmebedarf nicht mehr den Anforderungen, hieß es damals.
HKW Gera-Nord wird im ersten Quartal abgeschaltet
Das HKW Gera-Nord besteht aus zwei baugleichen GuD(Gas- und Dampfturbinen)-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von jeweils 37 MW und einer thermischen Leistung von jeweils 50 MW. "Seit 2013 erfolgte aufgrund des gesunkenen Wärmebedarfs sowie des ungünstigen Clean Spark Spread die Produktion grundsätzlich nur noch mit einem Strang", erklärte Engie damals auf Anfrage der ZfK. Die Anlage in Gera-Süd ist ein reines Spitzenlastheizwerk. Es wurde lediglich für die Versorgung der Stadtteile Lusan und Debschwitz bei Minusgraden eingeschaltet. Das HKW Gera-Nord wird nun im ersten Quartal abgeschaltet, Gera-Süd im zweiten Quartal.
Anstelle der Erzeugungsanlagen wurden zwei Heizkraftwerke mit fünf BHKW-Modulen im Norden (Tinz) beziehungsweise vier BHKW-Modulen im Süden (Lusan) von Gera errichtet. Die Gesamtleistung der BHKW liegt bei 145 MWth und 40,5 MWel. Zum Einsatz kommen vier Jenbacher-Module vom Typ JMS 624 H102 mit einer Leistung von 4,4 MWel und 4,6 MWth am Standort Gera-Süd sowie fünf Caterpillar(MWM)-Module vom Typ TCG 2032BV16 mit einer Leistung von 4,5 MWel und 4,2 MWth am Standort Gera-Nord.
Stadt Gera stieg jüngst bei EGG ein
Engie hatte im November 2016 100 Prozent an der EGG und der Kraftwerke Gera GmbH übernommen mit dem Ziel, nach der Insolvenz des zweiten Anteilseigners Stadtwerke Gera zu einer stabilen Aktionärsstruktur zurückzukommen. Jüngst ist nun die Stadt Gera wieder mit 0,2 Prozent der Anteile bei der EGG eingestiegen. Mittelfristig besteht die Option, bis 2023 den Anteil auf zehn Prozent zu erhöhen. (al)



