Viel Potenzial im überregionalen Gewerbekundengeschäft sieht Carsten Liedtke, der Sprecher des Vorstands der Stadtwerke Krefeld AG. Der Kommunalkonzern will diese Wachstumschancen vor allem über die Anfang des Jahres erworbene, 90-prozentige Mehrheitsbeteiligung am Berliner Aggregator und Energiedienstleister Ampere AG, realisieren. Ampere habe aktuell rund 40.000 Verträge, der Gewerbekundenmarkt in Deutschland hingegen eine Million. „Wie schon damals beim Lekker-Erwerb sitzen wir nun auch mit Ampere auch auf der anderen Seite des Tisches, schauen nicht nur zu, wie uns der Markt zunehmend treue Gewerbekunden im Heimatmarkt abnimmt, sondern sind selber aktiv im – viel größeren – bundesweiten Gewerbekundenvertrieb unterwegs“, erklärte Liedtke im Gespräch mit der ZfK.
Außerhalb von Krefeld sei es für die SWK außerordentlich schwierig, dieses Kundensegment zu erreichen. Gleichzeitig sei der Aufbau eines eigenen Direktvertriebes zu aufwendig – zeitlich und finanziell. Wie schon früher beim Lekker-Erwerb sei daher der Zukauf dieses Marktzugangs eine gute Möglichkeit, so Liedtke. Diesen Zugang habe die Ampere AG vor allem über Innungen und Handwerkskammern und einen eigenen Direktvertrieb erfolgreich etabliert und stelle bereits seit Beginn der Liberalisierung des Energiemarkts in Deutschland unter Beweis, dass dieses Geschäftsmodell finanziell erfolgreich sei. Daher bleibe Ampere weiterhin in vollem Umfang bestehen, gestützt durch eine Unabhängigkeitsgarantie in der Energiebeschaffung des neuen Hauptgesellschafters.
Profitables Geschäftsmodell
Die Ampere AG bündelt die Energienachfrage von Gewerbekunden, etwa von Handwerksbetrieben aus ganz Deutschland, und vermittelt ihnen günstige Energielieferverträge für Strom und Gas über eine Bevollmächtigung. Die Vergütung erfolgt rein erfolgsbasiert auf Basis der eingesparten Kosten. „Der gesamte Energiemarkt sucht seit Jahren nach profitablen Geschäftsmodellen mit Dienstleistungen rund um das Thema Energie. Energieeffizienzberatungen, die Errichtung von Ladesäulen, Thermografie-Angebote oder Smart Home haben das bis jetzt nicht geschafft und werden es wohl auch nicht mehr erreichen“, betonte Liedtke. Einige wenige Unternehmen haben das bereits nachhaltig geschafft, ohne dass dies wirklich allen Marktteilnehmern bewusst geworden sei. „Hier haben wir angesetzt und verfügen nun über ein eigenständiges Vertriebsstandbein im Energiedienstleistungsbereich“, bekräftigte der SWK-Chef. Das habe man nun durch die Übernahme einer eigenständigen Gesellschaft mit einem profitablen Geschäftsmodell im Bereich Gewerbekunden realisiert. (hoe)
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