Strahlende Sieger: Thomas Kästner, Geschäftsführer der Stadtwerke Schweinfurt (links), und Andreas Göb, Geschäftsbereichsleiter Technik.

Strahlende Sieger: Thomas Kästner, Geschäftsführer der Stadtwerke Schweinfurt (links), und Andreas Göb, Geschäftsbereichsleiter Technik.

Bild: © Jonathan Göpfert/VKU Service GmbH

Die Stadtwerke Schweinfurt haben beim diesjährigen Stadtwerke-Award den ersten Platz erreicht.

Der bayerische Kommunalversorger setzte sich mit seinem Projekt "Klimaneutrale Wasserversorgung in Mainfranken" unter insgesamt 52 Bewerbern durch.

Berliner Stadtreinigung auf Platz zwei

Rang zwei ging an die Noch Mall, eine Tochter der Berliner Stadtreinigung, die in ihrem Kaufhaus hochwertige Gebrauchtwaren wie Möbel und Kleidung verkauft. Damit wurde erstmals in der Geschichte des Awards ein kommunales Abfallentsorgungsunternehmen ausgezeichnet.

Dritter wurden die Stadtwerke Bamberg (Bayern) mit einem Projekt, das die Themen Quartierslösungen und Wärmenetze kombiniert. Dabei werden mehr als 70 Prozent der Wärme vor Ort aus erneuerbaren Quellen gewonnen.

"Beleg des Transformationswillens"

"Die Gewinner belegen auch in diesem Jahr den Transformationswillen und die Zukunftsorientierung innerhalb der Stadtwerke-Landschaft“, teilte Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH und Initiator des Awards, mit.

"Vielseitige Projekte aus den Bereichen Sektorenkopplung, Recycling, Digitalisierung und Quartierlösungen tragen einen beachtlichen Teil zur Energiewende in den Regionen bei."

Geschichte des Awards

VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing lobte, dass alle Projekte Innovationgeist bewiesen. "Sie sind Beispiel dafür, wie sich Unternehmen auf die dynamischen Veränderungen in der Stadtwerkelandschaft einstellen und gleichzeitig entscheidend mitgestalten."

Der Stadtwerke-Award wird seit 2009 einmal jährlich vergeben, seit 2016 auf dem VKU-Stadtwerkekongress gemeinsam mit dem VKU und der ZfK. Den Gewinner wählen eine Expertenjury sowie die Leser der ZfK über ein digitales Voting. Traditionell werden die Sieger zum Abschluss des VKU-Stadtwerkekongresses bekanntgegeben, diesmal in Dortmund vor etwa 450 Teilnehmern aus der Branche.

Sektorenkopplung und digitale Prozesse

Mit ihrem nun preisgekrönten Projekt denken die Stadtwerke Schweinfurt das Thema Sektorenkopplung bis Wasserversorgung weiter und verbinden dies mit digitalen Prozessen.

Um eine klimafreundliche Wasserversorgung der fränkischen Trockenplatte zu gewährleisten, errichten sie eine eigene Photovoltaik-Freifächenanlage und stellen die gesamte Energieversorgung der Wassersparte auf Grünstrom um.

Einsatz Künstlicher Intelligenz

Durch die Verknüpfung von Wasserspeicherreservoirs als Energiespeicher mit der PV-Anlage, einem Batteriespeicher und einem Blockheizkraftwerk soll der Eigenverbrauch weiter optimiert werden. Zudem wird Künstliche Intelligenz eingesetzt, um das komplexe, spartenübergreifende Gesamtsystem zu steuern und Prognosen für Verbrauch und Erzeugung zu verbessern.

Die Wasserversorgung soll durch das Projekt "autark" und damit zu 100 Prozent krisensicher werden. Bereits 2017 gewannen die Stadtwerke Schweinfurt den dritten Platz beim Stadtwerke-Award. (aba)

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