Bei der Bilanz-Pressekonferenz der GGEW AG (von links): Uwe Sänger, Technischer Bereichsleiter und Prokurist GGEW AG; Michael Lomitschka, Kaufmännischer Bereichsleiter und Prokurist GGEW AG; Carsten Hoffmann, Vorstand GGEW AG; Susanne Schäfer, Bereichsleiterin Marketing & Kommunikation GGEW AG; Florian Grob, Bereichsleiter Erneuerbare Energien GGEW AG; Rainer Babylon, Bereichsleiter Vertrieb & Services und Prokurist GGEW AG

Bei der Bilanz-Pressekonferenz der GGEW AG (von links): Uwe Sänger, Technischer Bereichsleiter und Prokurist GGEW AG; Michael Lomitschka, Kaufmännischer Bereichsleiter und Prokurist GGEW AG; Carsten Hoffmann, Vorstand GGEW AG; Susanne Schäfer, Bereichsleiterin Marketing & Kommunikation GGEW AG; Florian Grob, Bereichsleiter Erneuerbare Energien GGEW AG; Rainer Babylon, Bereichsleiter Vertrieb & Services und Prokurist GGEW AG

Bild: © Marc Fippel Fotografie/GGEW AG

Der zu 100 Prozent kommunale Energieversorger GGEW AG aus dem südhessischen Bensheim hat im Geschäftsjahr 2018 seinen Bilanzgewinn auf 4,7 Mio. Euro (Vorjahr: 3,0 Mio. Euro) gesteigert. Auch beim bereinigten Jahresüberschuss resultierte ein kleines Plus von 2,7 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2017 auf nunmehr 2,8 Mio. Euro. Anders verlief die Entwicklung beim Umsatz: Hier fokussierte sich das Unternehmen beim Strom- und Gasvertrieb, insbesondere im preissensiblen Industrie- und Gewerbekundenbereich, stärker auf werthaltige Kundenbeziehungen. In der Folge sank der Umsatz laut Unternehmensangaben "planmäßig" auf 230,9 Mio. Euro (Vorjahr: 251,3 Mio. Euro). Als Dividende wird eine Ausschüttung von 4,7 Mio. Euro vorgeschlagen.

Das Investitionsvolumen lag im vergangenen Jahr bei insgesamt 18,3 Mio. Euro. "2018 war ein sehr anspruchsvolles und herausforderndes Jahr. Die Wettbewerbssituation wird eher schwieriger als leichter. Außerdem haben wir eine massive Änderung der Beschaffungssituation erlebt. Aber gemessen daran haben wir uns gut geschlagen", fasste Carsten Hoffmann, Vorstand der GGEW AG, zusammen. Im Grunde verfolge das Unternehmen eine Doppelstrategie. Zum einen Innovationen voranbringen, testen und auf Kundenreaktionen eingehen. "Zum anderen entwickeln wir unser klassisches Kerngeschäft weiter", verdeutlichte Hoffmann.

Gute Position bei der E-Mobilität

Der Vertrieb der GGEW AG wandle sich dabei immer mehr vom reinen Energieversorger hin zum Anbieter von Energie-, Mobilitäts- und Telekommunikationsprodukten. So sieht sich die GGEW im Bereich Elektromobilität mittlerweile sehr gut aufgestellt und betreibt rund 85 öffentliche Ladepunkte und bietet zudem auch E-Carsharing in ihrem Stammgebiet an. Darüberhinaus setzt der Energiedienstleister immer mehr auf innovative Kombiprodukte wie die "GGEWinner Kombi". Dieses Produkt richtet sich in erster Linie an Bestandskunden: Wer bereits einen GGEW-Stromvertrag besitzt, kann diesen jetzt mit einer günstigen Internet- und Telefon-Flatrate kombinieren. So könne man speziell den Bestandskunden einmal Dankeschön sagen, erklärte Rainer Babylon, Bereichsleiter Vertrieb & Services bei der GGEW AG. Der Tarif ist mittlerweile erfolgreich etabliert und wurde gemeinsam mit der Tochter GGEW net entwickelt.

Ausbauen will das Unternehmen auch künftig seine zu 100 Prozent regenerative Erzeugungsleistung. Mangels Windopportunitäten in der Region liege hier die Präferenz auf dem Photovoltaikbereich, betonte Carsten Hoffmann. Mit den beiden Freiflächenanlagen in Heppenheim "Am Burggut" habe das Unternehmen eines der größten PV-Projekte der letzten Jahre in Hessen realisieren können. Jetzt gilt das Augenmerk der Entwicklung zusätzlicher PV-Freiflächenanlagen. Im Windenergiebereich steht indes die Realisierung eines großen Projekts der GGEW AG noch aus.

Zuversicht bei Windparkprojekt Gahrenberg

Beim bereits seit Längerem mit dem Projektentwickler ABO Wind vorangetriebenen Windparkvorhaben im Reinhardswald am nordhessischen Gahrenberg fehlt noch der Abschluss der luftfahrttechnischen Untersuchungen. Wegen der relativen Nähe zum Flughafen Kassel-Calden hatte der Energieversorger die im Regionalplan ausgewiesene Windvorrangfläche und damit die Zahl der realisierbaren Windenergieanlagen auf zehn reduziert. "Wir sind aber optimistisch, in einem konstruktiven Dialog mit den Fachbehörden zu einem guten Ergebnis kommen zu können", so Hoffmann.

Viel Potenzial für die GGEW ortet der Unternehmenschef künftig in der Rolle als Energiedienstleister in Wohngebieten. In der Zurverfügung-Stellung von Nahwärme, Photovoltaik und Speichermöglichkeiten sieht er großes Potenzial. Der Grund: Die Verzahnung von Wohnen, Strom- und Wärmeerzeugung sowie Elektromobilität schreite immer weiter voran. "Im Prinzip fußt die gesamte Energiewende darauf. Es wird die Aufgabe der Energieerzeuger sein, das zusammenzuführen", so Hoffmann. Auch in den Glasfaserausbau investiert das Unternehmen kräftig, in den nächsten Jahren sind hier Aufwendungen von bis zu 35 Mio. Euro vorgesehen. (hoe)

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