Die Gemeindewerke Schutterwald im Südwesten Baden-Württembergs stellen zum Jahresende ihren Stromvertrieb ein. Das Unternehmen ist bislang Strom-Grundversorger der 7200-Einwohner-Kommune Schutterwald.
Die ZfK konnte nicht unmittelbar in Erfahrung bringen, wie viele Kunden betroffen sind. Die jährliche Stromabgabe lag nach eigenen Angaben zuletzt bei etwa 25 Mio. kWh. Zuvor hatte das Portal "www.Verbraucherhilfe-Stromanbieter.de" von dem Aus erfahren.
Vattenfall neuer Grundversorger
Die Gemeindewerke begründen den Schritt auf ihrer Homepage mit den "Entwicklungen auf dem Strommarkt" und insbesondere mit extrem gestiegenen Beschaffungskosten, "Da die Gemeindewerke gezwungen sind, ihre Energie zu 100 Prozent zu beschaffen, kann den Kunden kein wettbewerbsfähiger Preis im Jahr 2023 mehr angeboten werden", heißt es. Das Unternehmen habe keine grundlastfähige Eigenerzeugung wie Wasser- oder Windkraftanlagen, die sich preismindernd auswirkten.
Nach Abwägung der beschriebenen Aspekte habe sich der Gemeinderat entschieden, die unkalkulierbaren finanziellen Risiken nicht einzugehen und den Vertrieb geordnet zum 31.Dezember einzustellen. Als neuer Grundversorger übernimmt im neuen Jahr der Energiekonzern Vattenfall.
Strompreise von 25 Cent pro kWh
Nach ZfK-Zählung sind die Gemeindewerke Schutterwald seit Beginn der Energiekrise mindestens der vierte Grundversorger, der aus dem Markt ausscheidet. Zuvor hatten die Grundversorger Ziegler, das Energiewerk Ortenau sowie die Stadtwerke Elzach (alle Baden-Württemberg) angekündigt, ihren Stromvertrieb einzustellen.
Der Strom-Grundversorgungspreis der Gemeindewerke lag laut Preisblatt zuletzt bei 25,38 Cent pro kWh. Das hundertprozentige Kommunalunternehmen betreibt zudem das örtliche Stromnetz und ist Wasserversorger sowie grundzuständiger Messstellenbetreiber in Schutterwald. (aba)



