Großwärmepumpen erleben einen regelrechten Boom. (Symbolbild)

Großwärmepumpen erleben einen regelrechten Boom. (Symbolbild)

Bild: © Vattenfall

Von Artjom Maksimenko

Die Absatzzahlen von Heizungsanlagen waren im abgelaufenen Jahr zurückgegangen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) lag sie bei 712.500 Wärmeerzeugern. Im Vergleich zum Rekordwert 2023 in Höhe von 1,3 Millionen Anlagen entspricht das einem Rückgang um 46 Prozent.

Das dramatische Schrumpfen des Absatzmarktes begründen die Hersteller mit einem ungeeigneten Rahmen: "Die aktuellen Rahmenbedingungen sind nicht dazu geeignet, den Modernisierungsmarkt zu beleben. Die kommende Bundesregierung muss dringend Maßnahmen ergreifen, die den Heizungsmarkt auf einen langfristig verlässlichen Wachstumspfad zurückführt", forderte BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt.

Negativ bei allen Technologien

Laut BDH betrifft dieser Negativtrend sämtliche Heizungstechnologien. Mit 193.000 abgesetzten Wärmepumpen schrumpfte dieses Segment um 46 Prozent gegenüber 2023. Damit rücke das Ziel der Bundesregierung, seit 2024 jährlich 500.000 Wärmepumpen zu installieren, in weite Ferne. Auch bei modernen Brennwertheizungen auf Basis flüssiger oder gasförmiger Energieträger gab es deutliche Absatzeinbrüche im zweistelligen prozentuellen Bereich.

Mit 24.000 abgesetzten Geräten (-52 %) entwickelte sich außerdem der Absatz von Biomasseheizungen rückläufig. Der Absatzrückgang bei den Wärmeerzeugern schlug auch auf die Heizungskomponenten wie solarthermische Anlagen, Heizungspumpen oder Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung durch. Die geringe Neubautätigkeit verstärkte den Trend zusätzlich.

BDH fordert stabilen Rahmen

Für die rückläufige Absatzentwicklung sieht der BDH eine Reihe von Gründen. Neben der langwierigen und öffentlichen Debatte um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) würden die komplexen Regelungen des Gesetzes von vielen Verbrauchern als Zwang empfunden. Weiterhin führt die mit dem GEG verknüpfte, kommunale Wärmeplanung dazu, dass die Menschen die Heizungsmodernisierung aufschieben und auf mögliche Angebote ihrer Kommunen warten, teilte der BDH weiter mit.

Von der kommenden Bundesregierung fordert der Bundesverband, dass Anpassungen am GEG schnell und im Dialog mit der Branche umgesetzt werden. Zudem müsse es einen stabilen Rahmen in Bezug auf die Förderung und deren Finanzrahmen geben. Kurzfristige Förderkürzungen oder -stopps müssen vermieden werden.

Weiterhin sieht es der Verband als erforderlich an, die Verknüpfung des GEG mit der kommunalen Wärmeplanung aufzuheben. Die planungsverantwortlichen Stellen für die kommunale Wärmeplanung sollten die Einwohner zeitnah über die grundlegenden Infrastrukturplanungen informieren. Dies betrifft insbesondere die Planungen für den Ausbau oder die Nachverdichtung von Wärmenetzen. Hier müssen die Menschen schnellstmöglich wissen, in welchen Gebieten Wärmenetze geplant sind und wo nicht. Diese Information sollte unabhängig von der Fertigstellung der kommunalen Wärmeplanung erfolgen.

Trendwende 2025?

Als positives Signal bewertet der BDH allerdings, dass gegen Ende des letzten Jahres die Zahl der bewilligten Förderanträge für Wärmepumpen deutlich zugenommen hat. 2024 habe es 192.406 positiv beschiedene Förderanträge gegeben. Allein im Dezember wurden fast 46.000 Anträge bewilligt. Wichtig sei hierbei, dass diese Projekte auch in die Tat umgesetzt würden, so der Verband.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper