Hilden will auch die restlichen Anteile seiner Stadtwerke zurückkaufen. Einen Beschluss zugunsten eines Kaufangebots fasste der Rat der knapp 57.000-Einwohner-Stadt nahe Düsseldorf, wie jetzt bekannt wurde. Derzeit halten die Stadtwerke Düsseldorf 24,9 Prozent der Anteile. Sie bestätigten, dass es Gespräche gebe, wollten sich aber darüber hinaus nicht äußern.
2008 hatte Hilden 49,9 Prozent seiner Stadtwerkeanteile verkauft. Ziel war es damals unter anderem, für den Aufbau erneuerbarer Energien und zur Optimierung der wirtschaftlichen Steuerung mit den Stadtwerken Düsseldorf einen starken Partner mit ins Boot zu holen.
Strategieanpassung geplant
Bereits sieben Jahre später hatte die Stadt 25 Prozent wieder zurückgekauft. Jetzt also will die Kommune wieder die vollständige Kontrolle zurückerlangen. Zum anvisierten Kaufpreis wollte die Stadt auf ZfK-Anfrage keine Angaben machen.
Mit dem Rückkauf soll eine Strategieanpassung einhergehen, wie das Hildener Rathaus ausführt. "In Folge sinkender Gewinnmargen im Energiegeschäft und veränderter Kundenerwartungen sind die Stadtwerke in neue Geschäftsfelder [wie Glasfaser oder E-Mobilität, Anm. d. Red.] eingestiegen", heißt es.
Neue Konzernstruktur
"Die nunmehr aufgerufenen politischen und gesetzlichen Klimaziele für den Energiesektor bedeuten zudem eine weitere Neuausrichtung."
Personelle Änderungen stehen demnach nicht an. Allerdings wolle die Stadt im Zuge des Anteilserwerbs auch eine neue Konzernstruktur schaffen. Insgesamt sei der Anteilserwerb eingebettet in eine umfangreiche Neuordnung der Beteiligungsgesellschaften der Stadt Hilden.
Mit Abstand wichtigste Konzerntochter
Die Stadtwerke sind die mit Abstand wichtigste Tochter der Stadt Hilden Holding. Im letzten im Bundesanzeiger hochgeladenen Geschäftsbericht zum Jahr 2019 erzielten sie einen Umsatz von 67 Millionen Euro sowie einen Überschuss von 2,2 Millionen Euro. (aba)



