Blick auf St. Ulrich und Afra in der Augsburger Innenstadt.

Blick auf St. Ulrich und Afra in der Augsburger Innenstadt.

Bild: © Marius Klemm/AdobeStock

Die Stadtwerke Augsburg (swa) rechnen im laufenden Jahr mit einem Verkehrsdefizit von rund 48 Mio. Euro. Das sind in etwa sechs Mio. Euro mehr als in der Zeit vor der Coronapandemie. Da dieses mit den Einnahmen aus der Energiesparte aufrgund der hohen Volatilität an den Beschaffungsmärkten nicht mehr vollständig aufgefangen werden kann, will die Stadt erstmalig mit einem Zuschuss von vier Millionen Euro einspringen, um das Defizit im Nahverkehr auszugleichen. Die swa bestätigten auf ZfK-Anfrage einen entsprechenden Artikel aus der „Ausgburger Allgemeinen“.

Um das städtische Tochterunternehmen weiter zu entlasten, verzichtet die Stadt zudem zwei Jahre lang auf eine Art Zinszahlung von rund 3,6 Mio. Euro von den Stadtwerken. Diese wird in der Regel für die Nutzung von städtischen Grundstücken für den Trinkwasser-Bereich gezahlt. Der Stadtrat wird am Donnerstag über die Ratsvorlage abstimmen.
 

In der Vergangenheit hatte der kommunale Querverbund finanziell gut funktioniert. Die Verluste im Nahverkehr von rund 42 Mio.Euro pro Jahr konnten durch die Energiesparte mehr als kompensiert werden und meistens stand unterm Strich noch ein Gewinn.

Müllner: "Wir achten auf strenge Kostendisziplin"

„Wir sind jetzt im Krisenmodus. Das heißt, wir achten auf eine strenge Kostendisziplin. Wir werden das Jahr 2022 unterm Strich wohl mit einem Minus abschließen, aber das ist nach heutigem Stand zu bewältigen“, hatte Stadtwerkechef Alfred Müllner Anfang Oktober gegenüber der Lokalzeitung erklärt.

„Von Beginn des Jahres 2022 bis heute hat sich die Fahrgastzahl von etwa 80 auf 85 Prozent gegenüber der Zahlen vor Corona erhöht“, schreibt Stadtwerkesprecher Jürgen Fergg. Im Normalfall hätten die swa unter anderem wegen der Eröffnung einer Linienverlängerung (Linie 3 nach Königsbrunn) mit einem erklecklichen Fahrgastzuwachs mit Verringerung des Defizits gerechnet.

Die Situation sei  wegen den beiden sich überlagernden Krisen Corona seit 2020 und Energie aufgrund des Ukraine-Krieges seit 2022 wie bei den meisten anderen Stadtwerken herausfordernd. Das gestiegene Defizit könne aus den Einnahmen der Energie nicht vollumfänglich aufgefangen werden. Schließlich investiere man auch weiterhin in wichtige Infrastrukturprojekte für die Mobilitäts- und Energiewende in Augsburg.

swa wollen Nahverkehr attraktiver machen und On-Demand-Angebote weiterentwickeln

Die swa planen die Angebote im Nahverkehr weiterzuentwickeln und attraktiver machen. Bereits nach den Corona-Einschränkungen sei man von einem Fünf-Minuten-Takt auf einen nachfrageorientierten „dynamischen Takt“ übergegangen, mit dem Grundtakt von 7,5 Minuten sowie Verdichtung je nach Fahrgastaufkommen zu bestimmten Zeiten und auf bestimmten Linien bis hin zu einem 3-Minuten-Takt. „Der Takt ist nicht mehr starr dicht, sondern bedarfsorientiert dicht“, so Fergg. Andere Projekte wie das On-Demand-Angebot swaxi würden weiterentwickelt gegebenenfalls  mit einer Ausweitung auch zusammen mit der Stadt Augsburg. (hoe)

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