Die Hagener Enervie-Gruppe will beim Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung nach EU-Taxonomieverordnung „kein Getriebener, sondern vor der Welle sein“, erklärt Vorstandssprecher Erik Höhne im Gespräch mit der ZfK. Das Unternehmen hat im Sommer 2021 eine neue strukturierte Konzernfinanzierung abgeschlossen. Diese ist mit einem Nachhaltigkeitsrating gekoppelt. Die erfolgreiche Teilnahme an dem Rating hat sich dabei positiv auf die Unternehmensbewertung ausgewirkt.
In das Rating fließen sämtliche Maßnahmen mit Wirkung auf die „Corporate Social Responsibility“ ein. Hierzu zählen Klima- und Umweltschutzmaßnahmen ebenso wie die Gestaltung der Arbeitsbedingungen, Ethik und die nachhaltige Beschaffung. Die Bewertung wird von der renommierten Agentur Ecovadis vorgenommen. Je nach Ergebnis gibt es einen Bonus oder Malus, der den Zinssatz der Finanzierung senkt oder erhöht.
Das Rating sei quasi ein kontinuierlicher Anreizm sich bei dem Thema Nachhaltigkeit weiter zu verbessern, erklärt Höhne. Enervie habe dabei festgestellt, dass man über ein Rating "extrem viel über die eigenen Potenziale" erfahre, die man vielleicht noch nicht gehoben habe.
"Nachhaltigkeit ist ein Thema mit dem sich die ganze Organisation beschäftigt"
Das Thema Nachhaltigkeit ist bei dem Regionalversorger im Bereich Unternehmensentwicklung verankert. „Wir haben keine Mitarbeitenden, die sich ausschließlich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen.Die Unternehmensentwicklung widmet sich neben der strategischen Ausrichtung der Unternehmensgruppe, aber natürlich auch intensiv dem Thema Nachhaltigkeit und der Teilnahme an entsprechenden Ratings".
Mit Blick auf das Rating und die Erhebung von Daten sind auch die entsprechenden Fachbereiche bei Enervie eng in den Prozess eingebunden "Nachhaltigkeit ist ein Thema mit dem sich die ganze Organisation beschäftigt, aber die Fäden laufen bei uns in der Unternehmensentwicklung zusammen.“
"Neues Finanzierungskonzept ist auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten"
Die neue Konzernfinanzierung unter dem Namen „Finanzmodell 2040“ umfasst Schuldscheindarlehen, bilaterale Kredite und Förderdarlehen. Neben den vier Kernbanken, darunter drei Landesbanken und einer Kreditbank, wurden auch zwei örtliche Sparkassen miteinbezogen.
„Das neue Finanzierungskonzept ist auf unsere Bedürfnisse und insbesondere unsere Wachstumsstrategie zugeschnitten und ermöglicht uns die notwendige Flexibilität“, sagt Höhne. Das Unternehmen, das 2015/2016 eine harte Sanierung durchlaufen hatte, ist mittlerweile wieder notenbankfähig und hat auch die damals gewährten Gesellschafterdarlehen zurückgezahlt.
Wachstumsstrategie sieht jährliche Investitionen von 60 Mio. Euro vor
Wachsen will Enervie in den kommenden Jahren vor allem in den Bereichen der erneuerbaren Energien, im Contracting (Energieeffizienz und Energiedienstleistungen) und im Bereich Wasserstoff. Zudem stehen mit Blick auf die Energiewende kontinuierlich größere Investitionen in die Netze an. Erik Höhne taxiert den jährlichen Investitionsbedarf allein hier auf jährlich rund 60 Mio. Euro. (hoe)
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Wo sich Enervie bereits in Sachen Nachhaltigkeit verbessert hat und wo es jetzt noch besser werden will, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der ZfK, die am Montag erschienen ist. Außerdem informieren wir über die geplante Ausweitung der Berichtspflicht. Zum Abo geht es hier.



