Erik Höhne bleibt Vorstandssprecher und Vorstand Technik und Finanzen bei Enervie und Mark-E.

Erik Höhne bleibt Vorstandssprecher und Vorstand Technik und Finanzen bei Enervie und Mark-E.

Bild: Enervie

Herr Höhne, wie fällt Ihre Bilanz des Coronajahres 2020 aus? Wie schmerzhaft waren die Einbußen für die Enervie-Gruppe und mit was für einem Ergebnis rechnen Sie unterm Strich?

Höhne: Am härtesten hat es uns im Industriekundenbereich getroffen. Hier liegt der Absatzrückgang aufs Jahr gesehen bei rund 20 Prozent. Hier hat uns vor allem der Verkauf der zu viel beschafften Mengen zu deutlich gesunkenen Preisen wehgetan. Auch im Bäderbereich waren wir in Lüdenscheid von dem Thema Corona betroffen, wir konnten das aber relativ gut durch Kurzarbeit kompensieren. Im Bereich des ÖPNV sind wir hingegen nicht tätig.

Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um diese operativen Effekte abzufedern?

Höhne: Wir haben relativ schnell Gegenmaßnahmen ergriffen. Wir haben Budgets eingefroren und rund ein Fünftel unserer Investitionen temporär verschoben. Ansonsten ist das Geschäft ganz ordentlich gelaufen. Vor allem unser Gaskraftwerk in Herdecke hat uns viel Freude gemacht und verzeichnete fast 4000 Betriebsstunden. Aber auch das Pumpspeicherkraftwerk Rönkhausen hat zu der guten Entwicklung beigetragen. Wir gehen deshalb davon aus, dass unterm Strich ein Ergebnis etwas oberhalb der Planung rauskommen wird.

"Müssen Vergleich mit anderen Energieversorgern nicht scheuen"

Können Sie das konkreter machen?

Wir erwarten, dass das Ergebnis deutlich über 40 Mio. Euro liegen wird. Das ist nicht weit weg von den Rekordzahlen für das Geschäftsjahr 2019 mit über 43 Mio. Euro Jahresgewinn.

Enervie hat zwischen 2013 und 2017 eine harte Sanierung durchlaufen. Wie steht das Unternehmen heute finanziell da?

Wir sind mittlerweile ein sehr gesundes Unternehmen und müssen den Vergleich mit anderen Energieversorgern nicht scheuen. Wir bewegen uns auf einem Ergebnisniveau von 40 Mio. Euro und mehr. Dies sind Ergebnisse, die Enervie vorher nie gesehen hat. Wir zahlen seit einigen Jahren auch wieder eine Dividende. Es ist wichtig zu dokumentieren, dass Enervie das wieder leisten kann. Das wird auch in der Region und im Aufsichtsrat durchaus gesehen.

Die drei Hauptaktionäre, die Städte Hagen und Lüdenscheid sowie der Remondis-Konzern, haben Enervie in dieser schwierigen Phase durch ein Darlehen in Höhe von 60 Mio. Euro gestützt. Wann wird dieses komplett zurückgezahlt sein und wie sieht die Eigenkapitalsituation von Enervie aus?

Das Darlehen haben wir bereits zur Hälfte zurückgezahlt, die restliche Tilgungstranche steht für Mitte 2022 an. Unsere Eigenkapitalquote hat sich weiter positiv entwickelt und liegt mittlerweile bei 27 Prozent.

(Die Fragen stellte Hans-Peter Hoeren)

--------------------------------------------------------------

Den zweiten Teil des Online-Interviews mit Enervie-Chef Erik Höhne lesen Sie am Mittwoch in unserem Newsletter. Dabei geht es unter anderem um digitale Tarife. Ein ausführliches Porträt über die Enervie-Gruppe lesen Sie in der Februarausgabe der ZfK, die am gestrigen Montag (8. Februar) erschienen ist. Zum Abo geht es hier.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper