Das Homeoffice verursacht bei Mitarbeitern Mehrkosten.

Das Homeoffice verursacht bei Mitarbeitern Mehrkosten.

Bild: © Jens Kalaene/dpa

Über ein Jahr Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt gründlich auf den Kopf gestellt – und so soll es auch bleiben, wenn es nach den Arbeitnehmern geht. "Ein fester Arbeitsplatz mit Ablagekörben, Tischtelefon und Topfpflanze hat ausgedient. Die Zukunft wie die Gegenwart gehören einem mobilen Arbeitsplatz aus der Cloud, der an jedem Ort und nahezu jedem Endgerät die wichtigen Bürofunktionen Telefonie, Collaboration sowie Office-Anwendungen bereitstellt", erklärt Jens Weller, Geschäftsführer von Toplink. Das Unternehmen betreibt eines der größten digitalen Telefonnetze weltweit.

Eine Statista-Studie im Auftrag des webbasierten Instant-Messenger-Dienstes "Slack" zeigt, dass mehr als die Hälfte (55 Prozent) der 1000 befragten Arbeitnehmer auch in Zukunft tageweise von zu Hause aus arbeiten wollen. Jeder Siebte würde es sogar vorziehen, gar nicht mehr ins Büro zu müssen.

Zufriedenheit statt Überdruss

Eine aktuelle Forsa-Umfrage mit ebenfalls etwa 1000 Teilnehmern kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Danach will etwas mehr als die Hälfte weiter digital arbeiten. Von den Befragten ab 18 Jahren gaben 51 Prozent an, dass sie auch nach dem Ende der Corona-Pandemie Homeoffice und Videokonferenzen nutzen werden. Unter den 30- bis 44-Jährigen waren sogar 71 Prozent dieser Ansicht. Ein Fünftel der von Forsa Befragten will sich sogar im Privaten weiter digital mit Freunden treffen.

Entgegen den Befürchtungen, das Homeoffice könnte für Arbeitnehmer zur Last werden, schätzen die Befragten die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Zeitgewinn und melden sogar gesteigerte Arbeitszufriedenheit. Große Konzerne wie die Deutsche Bank oder BMW haben bereits angekündigt, in Zukunft ein hybrides Modell anzubieten.

Flexibilität ist wichtiger als Gratis-Obst

Manchen Mitarbeitern fehlt allerdings der persönliche Kontakt mit den Kollegen – angefangen vom gemeinsamen Mittagessen in der Kantine bis zum kurzen Gespräch auf dem Flur. Von anderen Mitarbeitern wiederum wird Home- bzw. Hybridoffice so sehr gewünscht, dass sie bei einem Verbot oder Büropflicht tatsächlich an einen Jobwechsel denken. Das ergab eine Umfrage von EY unter mehr als 1000 Angestellten: 54 Prozent der Befragten würden in Erwägung ziehen, ihren Job zu kündigen, sofern die Flexibilität in Bezug auf Arbeitsort und -zeit nicht geboten werde.

"Die Arbeitswelt wird nie wieder so werden wie vorher – auch das Employer Branding muss sich dem anpassen. Die Möglichkeit, an jedem Ort arbeiten zu können und das Büro nur als Wahlmöglichkeit zu haben, ist entscheidender als Gratis-Obst oder ein Kickertisch im Firmengebäude", resümiert Weller. (dpa/hp)

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