Gegründet wurde die Gesellschaft Ende des vergangenen Jahres, um die Abwärme der Badischen Stahlwerke GmbH (BSW) künftig grenzüberschreitend zu nutzen. (Symbolbild)

Gegründet wurde die Gesellschaft Ende des vergangenen Jahres, um die Abwärme der Badischen Stahlwerke GmbH (BSW) künftig grenzüberschreitend zu nutzen. (Symbolbild)

Bild: © DedMityay/AdobeStock

Die energieintensive Industrie in Deutschland warnt vor neuen Produktionsrückgängen in diesem Jahr aufgrund weiterhin hoher Energiepreise. Seit Beginn der Energiekrise 2021/22 sei die Produktion dieser Unternehmen im Durchschnitt um 20 Prozent zurückgegangen, erklärte Christian Seyfert, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), auf Nachfrage.

Maximal Erhalt des Status quo

Als Gründe für den nüchternen Jahresausblick nennt er die weggefallenen Netzentgeltzuschüsse, die stärker gestiegenen CO₂-Preise sowie "die grundsätzliche Ablehnung" eines Industriestrompreises. "Die energieintensiven Industrien erwarten im besten Fall den Erhalt des Status quo oder sogar weitere Produktionsrückgänge", so Seyfert. "Der Wirtschaftsstandort Deutschland erodiert, und der Großteil unserer Mitgliedsunternehmen blickt mit keinem positiven Gefühl auf das neue Jahr."

Ruf nach überfälliger Kraftwerksstrategie

Der VIK fordert von der Bundesregierung angesichts dessen, seit langem angekündigte Projekte nun umzusetzen. Dazu zählten etwa die seit einem Jahr überfällige Kraftwerksstrategie, die Strategie für Carbon-Management (CCU/CCS) und die Wasserstoff-Importstrategie.

Kritik auch von Metall NRW

Kritik kommt auch aus der Industrieregion Nordrhein-Westfalen, etwa von der Metall- und Elektroindustrie. Die Stimmung sei zum Jahreswechsel "schlecht", lautete das Fazit einer kürzlich erfolgten Umfrage des Verbands der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalens (Metall NRW).

41 Prozent der befragten Unternehmen erwarten demnach rückläufige Geschäfte, nur neun Prozent eine Besserung der Lage. Als zentrale Ursachen nennt der Verband unter anderem "exorbitant" hohe Energie- und Rohstoffpreise und fehlende Entlastungen insbesondere der energieintensiven Betriebe.

Personalabbau droht

Die Folge: Viele Betriebe wollen "erstmals seit vielen Jahren" wieder mehr Personal abbauen als einstellen. Präsident Arndt Kirchhoff sieht die politisch Verantwortlichen gefordert. "Die Politik muss jetzt dringend alles unterlassen, was die Industrie schwächt und alles unternehmen, was sie stärkt", betont Kirchhoff und plädiert für einen "wirtschaftspolitischen Kurswechsel". Dazu zähle auch eine neue Energieversorgungsstrategie.

Der VIK vertritt nach eigenen Angaben rund 300 Unternehmen aus Industrie und Gewerbe, auf die circa 80 Prozent des industriellen Energieverbrauchs entfallen. Metall NRW ist ein Zusammenschluss von, dem Verband zufolge, 26 Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie in dem Bundesland. (dz)

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