Allein die Größe der hinter der Kooperation stehenden Häuser verdeutlicht das Skalierungspotenzial: Insgesamt 3400 Mitarbeiter sind bei den Stadtwerken Bochum, der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) und Gelsenwasser beschäftigt. Die drei Kommunalversorger generieren einen Jahresumsatz von insgesamt rund 2,8 Mrd. Euro. Weil sich die Märkte rund um das Thema Innovation schnell weiterentwickeln, haben die Unternehmen aus dem Ruhrgebiet vor rund einem Jahr die Innovationsplattform Kolumbus gegründet. In dieser ist das Technologie- und Trendscouting für alle drei Mütterhäuser gebündelt, dort werden Neuerungen mit Blick auf ihren konkreten Nutzen bewertet und priosiert. Kolumbus steht dabei in stetem Austausch mit den Fachabteilungen der Unternehmen und versucht in Workshops Interesse an neuen Technologien zu vermitteln und nimmt Bedürfnisse aus der Praxis auf und sucht dafür entsprechende Lösungen.
"Stellen wir die richtigen Fragen an die Daten?"
Bei allen drei Versorgern bestehen seit längerem Initiativen und Programme zum Thema Innovation sowie zur Verbesserung von Organisations- und Betriebsabläufen und der strategischen Ausrichtung. Diese Ansätze werden keineswegs ersetzt, sondern so potenziert, dass die drei Unternehmen voneinander lernen können. Kolumbus kooperiert mit diversen Start-ups. Hier liegt der Fokus darauf, auch von branchenfremden Kompetenzen zu profitieren. In einem aktuellen Piloprojekt wird untersucht, wie sich mit HIlfe von Big Data, maschinellen Lernverfahren und künstlicher Intelligenz Beschaffungsprognosen verbessern lassen. Mit Ansätzen aus der Astrophysik schaut hier das Start-up auf die Daten. "Hier ist die Suche nach der richtigen Fragestellung entscheidend, stellen wir auch die richtigen Fragen an diese Daten?“, sagt Innovationsmanager Manuel Woste. Letztlich gehe es darum, gewisse Muster und Abhängigkeiten zu erkennen, die die Prognosen künftig noch besser machten.
Synergien beim Thema Lorawan
Auch das Thema Smart City steht auf der Agenda von Kolumbus. So beschäftigen sich alle drei Mutterhäuser mit dem Thema Long Range Wide Area Network (LORAWAN), wie beispielsweise bei Zählerauslesungen, der Übertragung von Netzzustandsinformationen und weiterer Sensordaten, die auch in kommunale Bereiche wie Parkraumbewirtschaftung oder Umweltsensorik führen können. Hier liefen die Projekte in den einzelnen Häusern schon vor der Kolumbus-Gründung. "Wir bringen jetzt die jeweiligen Kollegen in den Unternehmen miteinander ins Gespräch, um voneinander zu lernen und Synergien in der Vorgehensweise und Ausrichtung zu heben", sagt Innovationsmanager Andreas Vieth. In einem weiteren Projekt wird Künstliche Intelligenz (Predictive Analytics) eingesetzt, um wechselaffine Kunden bestimmen und gezielt Maßnahmen ergreifen zu können. (hoe)
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Einen ausführlichen Artikel über die Arbeitsweise und weitere Projekte von Kolumbus lesen Sie in der Dezemberausgabe der ZfK.



