Nachgerechnet: Über gestiegene Abschläge in Höhe von 450 bis 900 Prozent hatte die Münstersche Zeitung berichtet.

Nachgerechnet: Über gestiegene Abschläge in Höhe von 450 bis 900 Prozent hatte die Münstersche Zeitung berichtet.

Bild: © towfiqu barbhuiya via Unsplash

Nachhaltigkeit und digitale Services sind derzeit nach dem Preis die wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Anbieterauswahl im Energiemarkt. Dies geht aus der neusten „Vertriebskanalstudie Energie 2023“ von Kreutzer Consulting und nordlight research hervor.

Demnach sind etwa bei der Wahl des Energieanbieters für 51 Prozent der Strom- und Gaswechsler gute Online-Services oder eine App zur Vertragsgestaltung zentrale Auswahlgründe – obgleich ein günstiger Preis nach wie vor auf Platz Eins steht.

Digitale Angebote wohl bei jedem Fünften Kündigungsgrund

Auch insgesamt nehme die Digitalisierung des Produkt- und Serviceangebots einen immer höheren Stellenwert ein. So waren fehlende oder unzureichend erlebte digitale Angebote für knapp 20 Prozent der Stromwechsler ein Anstoß für den Wechsel und bei ca. 16 Prozent führte dies zur tatsächlichen Vertragskündigung.

Dies entspräche einem Anstieg um rund fünf Prozentpunkte gegenüber der Vorjahresbefragung.

Digitale Ausrichtung gefordert

„Um neue Kunden zu erreichen und wettbewerbsfähig zu bleiben, wird es für Energieversorger immer wichtiger, digitale Services wie Online-Kundencenter, Apps oder Service-Chats anzubieten“, erklärt Klaus Kreutzer von Kreutzer Consulting.

Aber auch insgesamt sollten aktuelle Geschäftsmodelle vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage nach Verbrauchsvisualisierung, monatlichen Stromabrechnungen anhand des tatsächlichen Verbrauchs und damit Smart Meter, auf ihre Zukunftsfähigkeit überprüft und ggf. angepasst werden. (pfa)

Auch Ökologie ist den Kunden wichtig

Aus der Studie ginge auch hervor, dass neben digitalen Services ein gutes Ökoenergie-Angebot sowie die Nachhaltigkeit des Unternehmens eine immer wichtigere Rolle spielten. Dies zeige sich nicht nur bei den zentralen Auswahlgründen für den neuen Anbietern, sondern auch bei den Tarifmerkmalen, für die sich die Wechsler entscheiden.

So sei der Anteil der Ökostrom- und Klimagastarife unter den Wechslern trotz Energiepreiskrise von rund 46 Prozent in 2022 auf 53 Prozent in 2023 gestiegen.

Image zunehmend relevant

Vor allem in Zeiten der Energiepreiskrise habe zudem das Renommee des Unternehmens an Relevanz gewonnen. Kunden suchen demnach weiterhin verstärkt nach bekannten, größeren oder regionalen Unternehmen, deren Ausfallrisiko gering erscheint.

Für die Vertriebskanalstudie Energie 2023 wurden im Mai und Juni 2023 insgesamt 6.703 Energiekunden, darunter rund 1.526 Wechsler und 158 aktuelle Kündiger, zu Ihrem aktuellen Strom- oder Gaslieferanten und ihrem letzten Versorgerwechsel befragt. (pfa)

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