Bereits ein Drittel der insgesamt 53 Mitglieder erfüllen nach einem Jahr bereits die Vorgaben der Stadtwerke-Initiative Klimaschutz. „17 Treibhausgas-Bilanzen und daran geknüpfte Dekarbonisierungsstrategien zeigen viel Auge fürs Detail und gestalten Klimaschutz vor Ort aktiv aus“, freut sich Goldy Raimann, Projektmanagerin Nachhaltigkeit bei der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (Asew), die die Arbeit der Initiative koordiniert.
Gegenwärtig arbeiten weitere 36 Initiative-Mitglieder noch mit Hochdruck an der Erfüllung der Kriterien, heißt es in einer Pressemitteilung. Ihnen wurde aufgrund der administrativen Zusatzbelastungen durch die Energiekrise und die Umsetzung der Energiepreisbremsen noch mehr Zeit bis Ende April eingeräumt. Anfang Juli, nach Ende des zweiten, offiziellen Prüfungszeitraums, soll dann laut Asew ein ganzheitliches Fazit gezogen werden.
„Das Ziel der THG-Neutralität, das sich viele Unternehmen gesetzt haben, ist nach wie vor eine große Herausforderung. Dass unsere Mitglieder sich dem aber gerade auch in diesen an vielen anderen Stellen so fordernden Zeiten stellen, zeigt, dass Klimaschutz in der Stadtwerkewelt mehr als bloß ein schönes Wort ist“, erklärt Raimann.
Technische Werke Ludwigshafen wollen Erdgas-Einsatz bis 2045 um 40 Prozent senken
Eines der Unternehmen, die bereits eine THG-Bilanz im Rahmen der Initiative erstellt haben, sind die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL). Dem Bericht zufolge hat TWL im Jahr 2020 rund 900.000 Tonnen CO2 verursacht. Etwa 15 Prozent dieser Emissionen verursachten die Anlagen von TWL und TWL-Partnern. Die restlichen Treibhausgase entstehen hauptsächlich durch den von TWL gekauften und weiterverkauften Strom sowie das gekaufte und weiterverkaufte Erdgas. Daher seien die beiden wichtigsten Handlungsfelder der Strategie Strom und Wärme, heißt es in einer Pressemitteilung der TWL.
Bis zum Jahr 2030 soll die Stromversorgung in Ludwigshafen zu 95 Prozent mit Ökostrom sichergestellt und der Einsatz von Erdgas in Gebäuden im Vergleich zu 2020 um zehn Prozent gesenkt werden. Bis 2045 soll der Einsatz von Erdgas in Gebäuden um insgesamt 40 Prozent gegenüber 2020 gesenkt werden.
"Prüfung alternativer Energiequellen wie Abwärme oder Geothermie"
„Hierfür werden wir in Ludwigshafen die treibhausgasarme Nah- und Fernwärme ausbauen und verdichten und sämtliche für uns relevante Möglichkeiten der klimafreundlichen Erzeugung von Wärme mit alternativen Energiequellen wie industrieller Abwärme oder Geothermie untersuchen und nutzen“, so Thomas Mösl, technischer Vorstand von TWL.
„Mit unserer Klimastrategie haben wir uns messbare Ziele gesetzt, die wir kontinuierlich überprüfen werden, um unserer Verantwortung für die Stadt Ludwigshafen und für die Energiewende vor Ort nachzukommen“, erklärt Dieter Feid, Kaufmännischer Vorstand von TWL.
Diese Stadtwerke und EVU erfüllen bereits die Kriterien der Initiative:
- Stadtwerke Augsburg GmbH
- Stadtwerke Bogen GmbH
- SWB – Stadtwerke Bonn GmbH
- EWB – Energie- und Wasserversorgung Bünde GmbH
- Stadtwerke Bochum GmbH
- Stadtwerkegruppe Delmenhorst GmbH
- Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21)
- Stadtwerke Fellbach GmbH
- Stadtwerke Herne AG
- Stadtwerke Konstanz GmbH
- TWL – Technische Werke Ludwigshafen AG
- Stadtwerke Neustadt SWN GmbH (bei Coburg)
- Stadtwerke Speyer GmbH
- Stadtwerke Troisdorf GmbH
- Stadtwerke Tübingen GmbH
- Stadtwerke Unna GmbH
- Stadtwerke Walldürn GmbH
Die Stadtwerke-Initiative Klimaschutz wurde im Januar 2022 gegründet. Sie ist bis heute auf 58 Mitglieder gewachsen. Die Initiative, von der ASEW koordiniert, unterstützt nach eigenen Angaben die Stadtwerkewelt dabei, gemeinsam den Weg hin zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaft zu beschreiten. Dabei soll die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Stadtwerk gestärkt werden, um generationengerechte Ziele vor Ort verwirklichen zu können und die regionale Wertschöpfung zu steigern.
ZfK organisiert im Mai erstmals eine eigene Nachhaltigkeitskonferenz
Für Unternehmen, die sich zum Thema Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsberichterstattung informieren und im Netzwerk von den Erfahrungen anderer kommunaler Unternehmen profitieren wollen, bietet die ZfK am 11. Mai erstmalig eine ZfK-Nachhaltigkeitskonferenz an. Dabei wird es unter anderem auch um die CSRD und das Lieferkettengesetz gehen, aber auch um erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategien. Im Rahmen der Veranstaltung in Berlin verleiht die ZfK zum mittlerweile vierten Mal den ZfK-NachhaltigkeitsAward. (hoe)



