Die Strompreise steigen bislang nicht ganz so stark wie die Gaspreise. Manche Versorger wie N-Ergie lassen sie sogar konstant.

Die Strompreise steigen bislang nicht ganz so stark wie die Gaspreise. Manche Versorger wie N-Ergie lassen sie sogar konstant.

Bild: © Paul Silvan/Unsplash

Der Reigen der Energieversorger, die ihre Endkundenpreise teils deutlich erhöhen, setzte sich auch zum Start der neue Woche fort.

Unter anderem die Leipziger Stadtwerke kündigten Anpassungen an. Demnach steigen die Strompreise in der Grund- und Ersatzversorgung im nächsten Jahr um durchschnittlich vier Prozent. Der Arbeitspreis kostet fortan 29,37 Cent pro kWh brutto.

Stadtwerke Halle erhöhen Preise

Deutlicher nach oben geht es bei den Gastarifen. In der Grund- und Ersatzversorgung steigen dort die Preise um durchschnittlich 29 Prozent. Der neue Arbeitspreis beträgt 8,33 Cent pro kWh brutto.

Auch die Stadtwerke Halle berechnen kommendes Jahr mehr für Strom und Gas. Beim Strom geht der Arbeitspreis für Haushaltskunden in der Grundversorgung um 4,5 Cent pro kWh mehr nach oben. Insgesamt sind es dann 34,14 Cent pro kWh, wenn man den Bruttopreis für das Jahr 2021 zugrundelegt.

N-Ergie: Strompreise bleiben konstant

Für Gas-Grundversorgungskunden steigt der Preis nächstes Jahr um 1,3 Cent pro kWh auf insgesamt 10,2 Cent pro kWh.

Bereits am Freitag hatte der Nürnberger Versorger N-Ergie eine Erhöhung des Arbeitspreises für Erdgas-Grundversorgung von 0,96 Euro pro kWh brutto angekündigt. Damit zahlen Haushaltskunden in der Grundversorgung nach ZfK-Berechnungen 9,30 Cent pro kWh. Die Strompreise dagegen sollen konstant bleiben.

"Weiter sehr hohe Preise am Gasmarkt"

Treibender Faktor für die Anpassungen nach oben sind stark gestiegene Preise im Großhandel. Eine Trendumkehr in Kürze sieht Energiemarktexperte Christian Domann vom Beratungsunternehmen BET aktuell eher nicht.

"Nach jetzigem Stand werden für den Winter weiterhin sehr hohe Preise am Gasmarkt erwartet", sagte er der ZfK. "Demnach wird sich das jetzige Preisniveau am Spotmarkt bis Ende März tendenziell so fortsetzen." Erst ab April dürften die Preise dagegen nach jetziger Erwartung deutlich sinken.

Nicht in Panik verfallen

BET-Vertriebsexpertin Sarah Roes empfiehlt trotz volatiler Preise am Spotmarkt, nicht in Panik zu verfallen und künftig nur noch am Terminmarkt einzukaufen. "Vielmehr sollten Versorger überdenken, zu welchen Terminen sie bestimmte Mengen beschaffen, wie sie auch ihre Zusammenarbeit mit etwaigen Dienstleistern gestalten."

Auch lohne es sich, Transparenz in Kunden- und Produktporftolien zu bekommen und die eigene Vertriebslandschaft im Blick zu haben. "Da geht es um Fragen wie: Womit verdiene ich denn eigentlich mein Geld? Wie hoch sind meine Deckungsbeiträge? Wie viele Privatkunden mit Standardlastprofilen habe ich und wie viele gewerbliche Kunden mit individuellen Lieferverträgen, die preislich an den Spotmarkt gekoppelt sind? Was bedeutet das dann für meine Beschaffung?"

Risiko streuen, Stop-Loss-Orders

Generell sei es empfehlenswert, Risiko zu streuen und etwa mit Stop-Loss-Orders zu arbeiten, sagt sie. (aba)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper