Zoltan Elek ist Geschäftsführer des Münchner Biomethanlieferanten Landwärme.

Zoltan Elek ist Geschäftsführer des Münchner Biomethanlieferanten Landwärme.

Bild: © Landwärme

Der angeschlagene Biomethanversorger Landwärme gibt sich positiv und spricht von Veränderungen im Unternehmen. Das Biomethangeschäft der Landwärme laufe trotz der Kündigung der Bilanzkreise der Tochtergesellschaft, die nun in die Muttergesellschaft integriert werden soll.

Das Unternehmen plane die Integration der zuletzt in die Schlagzeilen geratenen Tochtergesellschaft Landwärme Service, heißt es in einer Pressemitteilung. Trading Hub Europe (THE) hatte dieser alle Biogasbilanzkreise "auf Basis der vertraglichen und gesetzlichen Regelungen" gekündigt.

Nun würden die Landwärme-Bilanzkreise in Abstimmung mit der THE künftig wieder innerhalb der Landwärme fortgeführt. Somit könne das Biomethan-Eigengeschäft von Landwärme unverändert fortgeführt werden.

Die unabhängige Tochter habe alle von der Kündigung betroffenen Kunden bereits in Kenntnis gesetzt und unterstütze sie beim Wechsel zu anderen Anbietern. "Unser Ziel ist es, etwaige Schäden für bisherige Kunden abzuwenden und einen möglichst reibungslosen Übergang sicherzustellen", so Geschäftsführer Zoltan Elek.

In Reaktion plant Landwärme nun die Integration ihrer Tochtergesellschaft.

Die zuständige Sanierungsgeschäftsführerin Anna Katharina Wilke erklärte, die Wiedereingliederung sei der folgerichtige Schritt: "So zentrieren wir das Handelsgeschäft komplett in der Landwärme und bündeln die Kräfte für eine langfristig tragfähige und nachhaltig profitable Perspektive."

THG-Quote: Rahmenbedingung haben sich verbessert

Die Suche nach einem finanzstarken Partner für die im Eigenverwaltungsverfahren befindliche Landwärme schreite voran. Erste vielversprechende Angebote lägen bereits vor. "Unser Ziel ist es, zeitnah eine Einigung zu erreichen und schnell wieder auf den eingeschlagenen Wachstumskurs zurückzukehren", so Elek.

Darüber hinaus habe sich aus Sicht der Landwärme das politische und behördliche Umfeld im Bereich Treibhausgasminderungsquoten verbessert. Das Unternehmen rechne mittelfristig zumindest mit einer Stabilisierung des Marktes. Landwärme sei daher nach wie vor zuversichtlich, dass das Eigenverwaltungsverfahren wie geplant Anfang November 2024 vom Gericht eröffnet werden kann.

Landwärme hatte am 13. August 2024 bekanntgegeben, dass sich das Unternehmen im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens neu aufstellt. Notwendig sei dies durch einen seit Beginn des Jahres 2023 anhaltenden Verfall der Preise für Treibhausgasminderungsquoten (THG-Quoten). Dieser war aufgrund mutmaßlicher Betrugsfälle bei der Einfuhr von Biodiesel und Upstream-Emission-Reduction-Projekten (UER-Projekten) eingetreten. (pfa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper