Die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft verzeichnet coronabedingt einen massiven Einbruch bei den Fahrgastzahlen im ÖPNV. Die Geschäftsführung hofft, in den nächsten drei Jahren hier auf das Vorkrisen-Niveau zurückzukehren.

Die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft verzeichnet coronabedingt einen massiven Einbruch bei den Fahrgastzahlen im ÖPNV. Die Geschäftsführung hofft, in den nächsten drei Jahren hier auf das Vorkrisen-Niveau zurückzukehren.

Bild: © Leipziger Gruppe

Die Leipziger Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr trotz massiver Verwerfungen am Energiemarkt das operative Ergebnis (Ebitda) um 27 auf 252 Mio. Euro gesteigert. Aufgrund der gestiegenen Abschreibungen und steigenden Zinsaufwendungen ging das konsolidierte Konzergebnis jedoch auf zwölf Millionen Euro zurück (2021: 41 Millionen Euro). Der Konzernumsatz stieg vor allem bedingt durch den Energiehandel deutlich auf 4,16 Mrd. Euro ((2021: 2,39 Mrd. Euro.

"Unterm Strich haben wir angesichts der Marktverwerfungen sehr gut gegengehalten", sagte Volkmar Müller, Kaufmännischer Geschäftsführer der Leipziger Gruppe. In den vergangenen fünf Jahren habe man 1,5 Milliarden Euro in Leipzigs Lebensadern investiert, dieser Kraftakt sei gelungen.

Wie positiv die Bilanz des Kommunalkonzerns letztendlich ausfallen wird, dahinter standen im Spätsommer vergangenen Jahres dicke Fragezeichen. Vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine kostete eine Megawattstunde Strom im Börsenhandel etwa 50 Euro, Ende August war der Preis auf 1280 Euro hochgeschnellt.

Schutzschirm der Stadt in Ausnahmesituation "hat erfolgreich gewirkt"

Als die Energiebörsen verrückt spielten, stellte die Stadt der Leipziger Gruppe schnell Liquiditäts-Sicherheiten in Höhe von 400 Millionen Euro zur Verfügung. „Die Kommune und die Leipziger Gruppe hätten auf die dynamischen Ausschläge am Energiemarkt entschlossen reagiert“, erklärte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung. Die außergewöhnliche Maßnahme in der Ausnahme-Situation habe erfolgreich gewirkt.

„Wir haben gezeigt, wie belastbar die robuste Achse Stadt Leipzig und Leipziger Gruppe ist, und konnten so die Leistungen der Leipziger Gruppe für die Bürger fortsetzen", ergänzte Jung. Die wirtschaftliche Stabilität ermögliche es dem Konzern, seinen Modernisierungs-Kurs der Leipziger Lebensadern fortzusetzen.

Kommunalkonzern steigert sein Investionsniveau

Die Leipziger Gruppe habe auch in der Krise erneut ihre Stärke bewiesen, unterstrich auch Karsten Rogall, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Gruppe. Die schnelle Einrichtung des Schutzschirms sei dabei ganz wichtig gewesen. Das Unternehmen habe die Investitionen im zurückliegenden Jahr auf 353 Millionen Euro (2021: 331 Mio. Euro) gesteigert.

"Wir machen Leipzig weiter fit für die Zukunft", bekräftigte Rogall. Die Verkehrsbetriebe investierten für die Mobilitätswende in neue Fahrzeuge sowie in die Modernisierung der Infrastruktur und nutzten auch den Schwung des neuen Deutschland-Tickets. Erfreulich sei die Trendumkehr der Fahrgastzahlen: Waren es 2021 noch 103 Millionen, so betrug die Zahl im vergangenen Geschäftsjahr 135 Millionen

Solar-Ausbau hat deutlich an Fahrt gewonnen

Die Stadtwerke seien weiter Treiber der Strom- und Wärmewende. "In diesem Rahmen ist das neue, potenziell wasserstofffähige Heizkraftwerk (HKW) Leipzig Süd ein Meilenstein. Wir haben es trotz der überaus angespannten Rahmenbedingungen pünktlich im Jahr 2022 in den Dauerbetrieb gebracht - und sind dabei im Budget geblieben." Zudem realisierten die Stadtwerke Solar-Projekte in Priestewitz (Landkreis Meißen) und Wittenberg. Ein Solarpark in Zschepplin und die Solarthermie Leipzig-Lausen wurden auf den Weg gebracht.

Aufgrund der Entspannung auf dem Energie-Markt haben die Leipziger Stadtwerke eine Senkung der Strompreise angekündigt. Diese betrifft die Tarife L-Strom.basis (Grundversorgung), Ersatzversorgung Strom und Basisversorgung Strom.  Neben den gesenkten Strompreisen in der Grundversorgung hätten Kunden die Möglichkeit, in den günstigeren Online-Tarif L-Strom.pur zu wechseln.

Ab ersten August sinkt der Arbeitspreis in der Grundversorgung Strom von derzeit brutto 52,12 Cent je kWh auf 39,40 Cent je kWh. Der jährliche Grundpreis von brutto 167,65 Euro bleibt unverändert. Damit liegt der neue Strompreis für Stadtwerke-Kunden, die jährlich bis 30.000 kWh verbrauchen, unter der Strompreisbremsen-Grenze von 40 ct/kWh brutto. (hoe)

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