Wasserkraftwerke wie dieses in Gersthofen (Landkreis Schwaben, Bayern) stemmen den Großteil des Stromes aus regenerativen Anlagen im Netzgebiet der LEW.

Wasserkraftwerke wie dieses in Gersthofen (Landkreis Schwaben, Bayern) stemmen den Großteil des Stromes aus regenerativen Anlagen im Netzgebiet der LEW.

Bild: © Timian Hopf/LEW

Die Lechwerke (LEW) wollen ihr Investitionsvolumen für die Jahre 2022 bis 2024 auf jährlich mehr als 160 Mio. Euro anheben. Insgesamt sollen damit rund 500 Mio Euro innerhalb von drei Jahren ausgegeben werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Aus- und Umbau des Stromnetzes, teilt der regionale Versorger mit.

Daneben stünden Telekommunikation sowie Projekte für Photovoltaik- und Wärmeanlagen im Fokus. Die Planungen für die Investitionserhöhung waren noch vor dem Ukraine-Krieg vorgenommen worden. "Bei allen Unsicherheiten, die durch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine vor uns liegen: Gerade jetzt gilt es, den Umbau des Energiesystems so umfassend und so schnell wie möglich voranzubringen", sagte Markus Litpher, Vorstandsmitglied, LEW.

Ergebnis sinkt leicht

Möglich werden die Investitionen durch die starke wirtschaftliche Basis des Unternehmens, hieß es. So erhöhte sich 2021 der Umsatz der LEW-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf rund 1,9 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) lag mit 146 Mio. Euro geringfügig unter dem Vorjahreswert.

Mit 120 Mio. Euro befanden sich die Investitionen bereits im vergangenen Jahr auf einem sehr hohen Niveau. Der Großteil entfiel dabei auf die regionalen Infrastrukturen von LEW, insbesondere auf das Stromverteilnetz und das Glasfasernetz.

Senkung der Stromsteuern

Um den Umbau des Energiesystems zu bewältigen, forderte Vorstand Litpher, dass die derzeitigen Rahmenbedingungen angepasst werden. "Aktuell können und dürfen wir auf Ebene der Verteilnetze nur auf konkret vorliegenden Ausbaubedarf reagieren. Wir müssen aber in einen vorausschauenden Netzausbau kommen, um die Energiewende effizient und schnell umzusetzen.

LEW-Vorstand Dietrich Gemmel sprach sich zudem für Entlastungen im Bereich der Steuern und Abgaben aus. "Die Energiekosten steigen auf breiter Front, das können wir nur vorübergehend und in Teilen über unsere Beschaffungsstrategie abfedern." Neben der geplanten Abschaffung der EEG-Umlage sollte über weitere Entlastungsschritte nachgedacht werden, etwa durch eine Senkung der Stromsteuern auf das europäische Mindestmaß sowie eine Reduzierung der Umsatzsteuer.

Solarkraft mehr als verdoppeln

Der regionale Versorger möchte sich auch selbst im Ausbau der erneuerbaren Energien betätigen. Dazu will die LEW die Leistung aus PV-Anlagen bis 2025 mehr als verdoppeln. Ende 2021 umfasste das Portfolio bereits 37 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 11 MW. Auch treibt LEW den Einsatz innovativer PV-Systeme voran, beispielsweise von Agri-PV.

Im LEW-Verteilnetz decke "grüner" Strom rein rechnerisch bereits mehr als 70 Prozent des Verbrauchs aller Netzkunden. Den größten Anteil davon lieferte mit 38 Prozent die in der Region traditionell starke Wasserkraft, Photovoltaik machte 33 Prozent der Erzeugung aus, Biomasseanlagen 24 Prozent und Windkraftanlagen rund 5 Prozent.

Großprojekt Glasfaser

Ein weiteres Großprojekt sei das regionale Glasfasernetz, das LEW in Bayerisch-Schwaben und Teilen Oberbayerns betreibt. Es hat bereits eine Länge von mehr als 5000 Kilometern. Allein 2021 habe der Versorger etwa 15 Mio. Euro in eigenfinanzierte Ausbauprojekte für das Glasfaserangebot LEW Highspeed investiert.

"Jedes Jahr kommen hunderte Kilometer Glasfaser dazu", sagte Gemmel. Zudem betreibe die LEW-Tochter Telnet ein eigenes Rechenzentrum. "Die Nachfrage hier ist groß und steigt weiter an. Wir planen mit einem umfassenden Wachstum in den nächsten Jahren", so der Vorstand. (jk)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper