Die Lichtblick-Zentrale in Hamburg.

Die Lichtblick-Zentrale in Hamburg.

Bild: © Lichtblick

Der Hamburger Energiekonzern Lichtblick hat nach eigener Aussage die Energiekrise gut überstanden und seine Transformation vom "Ökostrom-Pionier" zum integrierten Versorger mit großen Schritten vorangetrieben. "Wir sind für die nächsten Jahre sehr gut aufgestellt", sagte Finanzchefin Tanja Schumann auf der Jahrespressekonferenz. "Die Zeichen stehen auf Wachstum."

Mit dem Geschäftsjahr 2023/24 zeigte sich das Lichtblick-Führungsteam zufrieden. Das Ebit stieg auf 69,4 Mio. Euro (2022: 61,5 Mio. Euro). Hauptgrund für das Ergebnis sind laut Finanzchefin Schumann ein Zuwachs an Privatkund*innen im Strom- und Gasvertrieb. Zudem wuchs der Geschäftskundenbereich. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Lichtblick 6,2 Terawattstunden (TWh) Energie abgesetzt. Davon entfielen rund 2,5 TWh auf den Gasabsatz.

Flexibilität als Treiber und Chancengeber

Der Fokus des Energieunternehmens lag 2023 auf der Weiterentwicklung der neuen Geschäftsfelder durch Übernahmen und neue Partnerschaften.

Lichtblick geht davon aus, dass dezentrale Flexibilitäten deutlich an Bedeutung gewinnen werden. Als Reaktion darauf mache sich das Unternehmen mit seiner Ausrichtung zum integrierten Versorger unabhängiger von den schwankenden Marktpreisen, hieß es.

Solarstrom auf Basis von Viertelstundenpreisen

Zudem will Handelschef Enno Wolf das Potenzial der Flexibilitäten besser nutzen. "Insofern haben wir uns jetzt auch breiter aufgestellt, ursprünglich kommen wir aus dem klassischem B-to-C-Geschäft", sagte er. "Strom ist da am wertvollsten, wenn er ist, wo er gebraucht wird."

Mit der neuen "StromWallet AI" sei Lichtblick der erste PV-Anbieter, der die intelligente Vermarktung von Solarstrom auf Basis von Viertelstunden-Preisen ermöglicht. "Unser großer Vorteil ist, dass wir nicht nur PV-Module installieren können, sondern auch über 25 Jahre Erfahrung im Energiemarkt verfügen und eigene Flexibilitätslösungen entwickeln", erklärte Wolf. Die Flexibilitätslösungen werden von Lichtblick gemeinsam mit der Tochtergesellschaft Ison entwickelt. Ison ist Marktintegrator von digital vernetzten Energielösungen.

Investitionen in PV und Großbatterien

Ein weiterer Lichtblick-Schwerpunkt liegt im Aufbau unternehmenseigener Assets. Im Dezember übernahm das Unternehmen den PV-Projektier Solargrün mit Sitz in Saulheim (Rheinland-Pfalz). Zuvor hatte das Unternehmen seine Anteile am Münsteraner Windprojektierer Eventus auf 50 Prozent erhöht.

Im Juni verkündete Lichtblick zusammen mit dem bayerischen Entwickler Energisto die Gründung des Großbatterie-Gemeinschaftsunternehmens Gigacharge. Gemeinsam mit seinem Mutterkonzern Eneco und Corre Energy wollen die Hamburger zudem 2027 in Ahaus den ersten Druckluftspeicher in Deutschland ans Netz bringen.

Fokus auf Windparks und Speicher

"Wir setzen auf PV-Freiflächenanlagen, Windparks und Speicher. Mit diesem integrierten Ansatz wollen wir uns ein Grünstrom-Portfolio zur Versorgung unserer Kund*innen aufbauen und Flexibilität für den Markt bereitstellen", sagte Enno.

Bisher habe Lichtblick eine Asset-Pipeline von rund 4 Gigawatt aufgebaut. Bis Ende 2025 sollen 15 Solarparks und das erste 400 Megawattstunden Batterieprojekt in Bau gehen.

Schnellladen als weiteres Standbein

Seit der Übernahme des deutschen E-Mobilitätsgeschäfts von Eneco im Frühjahr 2023 seien Ladelösungen für Unternehmen und Stadtwerke ein weiterer Geschäftsbaustein. (pfa)

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