Der geplante Verkauf des Stromnetzes Berlin durch Vattenfall an das Land Berlin ist bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Thomas Schäfer konnte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz auch diesbezüglich nichts Näheres sagen. Jedoch hat der Geschäftsführer der Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin verdeutlicht, dass der Verkauf sich nicht auf die kommenden Investitionen und Pläne auswirken werde. Er bestätigte, dass das Land dem Unternehmen seinen bisherigen 5-Jahresplan beibehalten lasse. Um bezüglich der eigenen Investitionen und Entscheidungen sicherzugehen, sei der Verteilnetzbetreiber vorab auf das Land Berlin zugegangen. "Was wir aber gleichwohl erwarten, sind potenzielle Adjustierungen durch den möglichen neuen Eigentümer. Jedoch gehen wir davon aus, dass es ein Add-on wäre", so Schäfer.
Konkret bedeutet dies Rückenwind für die 1,2 Mrd. Euro Investitionen, die der Stromverteilnetzbetreiber in den kommenden Jahren in Zukunftsthemen einfließen lassen möchte. Im Corona-Jahr 2020 waren es 211 Mio. Euro. Trotz der Pandemie konnte das Unternehmen im Jahr 2020 nahezu 100 Prozent der Investitionen umsetzen. Parallel zur Pandemie hat sich ebenso der Energieabsatz verändert: Flossen 2020 rund 12.800 GWh Strom durch das Verteilnetz, waren es im Jahr davor noch 13.300 GWh. Auf den Betrieb habe sich Corona weniger ausgewirkt, erläuterte Schäfer. Zwar seien gerade in den härteren Phasen auch einige Bereiche leicht eingeschränkt gewesen wie exemplarisch das Zählerwechseln, aber grundsätzlich sei alles nach Plan verlaufen.
234 Mio. Euro Investitionen für 2021 – Vorbereitungen auf steigende E-Mobilität
Für 2021 will das Unternehmen 234 Mio. Euro in die Hand nehmen. Die Mehrheit fließt dabei in den Erhalt und die Modernisierung des Netzes, 42 Mio. Euro in die Digitalisierung und rund 80 Mio. Euro in die wachsende Stadt. Insbesondere die Förderung der E-Mobilität gilt als künftige Herausforderung. Schäfer machte aber bei der Präsentation deutlich, dass das bisherige Stromnetz nach Kalkulationen auf gut 250.000 E-Fahrzeuge ausgelegt sei.
Die aktuellen Zahlen lassen ihn deshalb nicht ins Schwitzen geraten: Wurden 2018 rund 340 E-Fahrzeuge zugelassen, waren es 2020 knapp 5000. "Das Jahr 2021 wird hierbei eine neue Qualität und Dynamik bekommen", ist sich Schäfer sicher. Deshalb rüste das Unternehmen auf: exemplarisch mit der dafür notwendigen Netzintegration der Ladeinfrastruktur, dem Smart-Meter-Rollout oder der Fortsetzung der Arbeiten an einem neuen Betriebsführungskonzept für die Digitalisierung in der Niederspannung. (gun)



