Die Energieversorgung Marienberg GmbH aus dem Erzgebirge hat sämtliche seit Januar verschickten Jahresverbrauchsabrechnungen zurückgerufen. Betroffen sind laut Lokalpresse insgesamt 8500 Strom- und Gaskunden. Als Grund wird in einer Pressemitteilung der EVM die fehlerhaft ausgewiesene Mehrwertsteuer angeführt.
Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben nun die Rechnungen vom Zeitscheiben- auf das vorteilhaftere Stichtagsmodell umgestellt. Dies ermögliche es dem regionalen Energieversorger, rückwirkend für das gesamte Jahr 2020 mit 16 Prozent Mehrwertsteuer abzurechnen. Den Kunden winke nun eine zusätzliche Steuerersparnis, heißt es.
EVM: "Verbraucherentlastung steht in keinem Verhältnis zum Mehraufwand"
EVM-Geschäftsführer Mike Kirsch äußerte sich aber auch Kritik an den organisatorischen und prozessualen Vorkehrungen, die die befristete Mehrwertsteuerreduktion nach sich gezogen haben. Diese sei zwar im Interesse der Verbraucher gewesen, habe aber in keinem Verhältnis zum personellen und finanziellen Aufwand gestanden, den viel Unternehmen bei der Umsetzung leisten mussten.
„Während von Kanzleien und Verbänden mehrere Varianten diskutiert und vorgeschlagen wurden, waren aufgrund der Dringlichkeit und des knappen Zeitfensters die Unternehmen gezwungen, eigene Strategien zu entwickeln“, heißt es in Pressemitteilung. Die Ad-hoc-Anpassung von Softwaresystemen sowie die geänderte Handhabung von Abschlagszahlungen und Jahresrechnungen habe Raum für Fehler geborgen.
Das mehrheitlich kommunale Unternehmen beschäftigt laut Homepage 18 Mitarbeiter und wurde 2007 gegründet. Mehrheitsgesellschaft ist die Große Kreisstadt Marienberg, weiterer Gesellschafter ist enviaM mit 49 Prozent der Anteile. (hoe)



