Sachsen, Freiberg: Ein Mitarbeiter steht bei der Qualitätskontrolle an einer Produktionslinie für Solarmodule im Werk der Meyer Burger Technology AG.

Sachsen, Freiberg: Ein Mitarbeiter steht bei der Qualitätskontrolle an einer Produktionslinie für Solarmodule im Werk der Meyer Burger Technology AG.

Bild: © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Das Solarunternehmen Meyer Burger will künftig Hochleistungs-Solarzellen im US-Bundesstaat Colorado produzieren und legt den geplanten Produktionsausbau in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt zunächst auf Eis. Mit einer anfänglichen Kapazität von zwei Gigawatt (GW) Solarzellen pro Jahr soll der neue Standort exklusiv die Solarproduktion von Meyer Burger in Goodyear im Bundesstaat Arizona für den nordamerikanischen Markt beliefern, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Der beschleunigte Produktionsplan in den USA soll durch eine Umleitung von Produktionsmaschinen ermöglicht werden, die ursprünglich für die neulich angekündigte Erweiterung der Solarzellenfabrik am Standort Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt vorgesehen waren. Demnach soll der dortige Ausbau zunächst pausiert werden. Der Produktionsbeginn in Colorado Springs ist für das vierte Quartal 2024 geplant und soll mehr als 350 direkte Arbeitsplätze schaffen. Gründe für die US-Investition seien unter anderem eine höhere staatliche Förderung, zugesagte Steuerrabatte und günstigerer Strom.

IRA zeigt Wirkung

Die Investition soll durch eine Steuergutschrift im Rahmen des milliardenschweren US-Förderprogramms Inflation Reduction Act (IRA) sowie durch die Unterstützung des Bundesstaates Colorado und der Stadt Colorado Springs gefördert werden. Beim IRA sind viele Subventionen und Steuergutschriften daran geknüpft, dass profitierende Unternehmen US-Produkte verwenden oder selbst in den USA produzieren.

Mit einem anfänglichen Produktionsvolumen von jährlich zwei GW Solarzellen und -modulen in den USA habe Meyer Burger die Möglichkeit, von Produktionsbeginn im Jahr 2024 bis Ende 2032 Steuergutschriften von bis zu 1,4 Mrd. US-Dollar zu erhalten.

Transatlantische Kooperation

"Unsere Präsenz in den USA wird es uns ermöglichen, bestehende und zukünftige Kunden schneller zu erreichen", sagte Geschäftsführer Gunter Erfurt. Das Unternehmen habe jedoch weiterhin ein hohes Interesse, auf beiden Seiten des Atlantiks zu wachsen.

Demnach will Meyer Burger die beiden Regionen nicht gegeneinander ausspielen. Vielmehr sehe Erfurt eine große Chance für eine transatlantische Kooperation. Hierfür müssten jedoch faire und verlässliche Wettbewerbsbedingungen ermöglicht werden. (dpa/jk)

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