Die MVV Trading und die "Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land eG" (BEG-FS) setzen mit einem neuen Batteriespeicherprojekt ein Signal für die Energiewende auf kommunaler und genossenschaftlicher Ebene. Im oberbayerischen Marzling entsteht ein "Bürger-Speicherkraftwerk", der in Co-Location mit einer Photovoltaikanlage betrieben wird und einen gemeinsamen Netzanschluss nutzt.
Vermarktet wird der Speicher ab März 2026 durch die MVV-Handelstochter, MVV Trading. Ziel sei es, erneuerbaren Strom effizienter zu integrieren und zugleich neue wirtschaftliche Perspektiven für Bürgerenergieprojekte zu eröffnen.
"Floor-Vertrag" sorgt für Planungssicherheit
Kern des Projekts bildet ein sogenannter Floor-Vertrag, den MVV Trading mit der Genossenschaft abschließt. Dieses Vertragsmodell garantiert der BEG-FS über eine Laufzeit von fünf Jahren eine jährliche Mindestvergütung pro Megawatt für die Bewirtschaftung des Speichers. Damit erhält die Genossenschaft "eine hohe wirtschaftliche Planungssicherheit", verspricht MVV, bleibt aber gleichzeitig an zusätzlichen Erlösen beteiligt, wenn sich Marktchancen an den Strom- und Regelenergiemärkten ergeben. Gerade für kommunalnahe Akteure und Bürgerenergiegenossenschaften gilt dieses Modell als wichtiger Baustein zur Risikominimierung. "Der Bürger-Speicher Marzling zeigt, wie innovative Modelle und gemeinschaftliches Engagement die Energiewende vorantreiben können", sagte Vivien Klein-Campailla, Leiterin Flexibility Solutions, bei MVV Trading.
Technisch ist der Batteriespeicher bidirektional ausgelegt. Demnach kann er Strom sowohl aus der angeschlossenen PV-Anlage als auch aus dem Netz aufnehmen und bei Bedarf wieder einspeisen. Durch eine sogenannte Multi-Market-Optimierung wird der Speicher flexibel an Großhandels- und Regelreservemärkten eingesetzt.
Neben den energiewirtschaftlichen Effekten betonen beide Partner die regionale Wertschöpfung und die Bürgerbeteiligung. Das "Bürger-Speicherkraftwerk Marzling" soll zeigen, wie innovative Vermarktungsmodelle und lokale Akteure gemeinsam die Energiewende voranbringen können. Für Kommunen und Stadtwerke bietet das Projekt ein übertragbares Beispiel dafür, wie Batteriespeicher wirtschaftlich abgesichert und zugleich in ein regionales Energiekonzept eingebettet werden können.



