„Unsere starke Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr setzt sich auch im dritten Quartal fort“, erklärt Georg Müller, Vorstandsvorsitzender des Mannheimer Energieunternehmens MVV anlässlich der Veröffentlichung der neusten Zahlen. Zwischen Oktober 2022 und Juni 2023 konnte MVV demnach ihren Umsatz als auch ihr Ergebnis deutlich verbessern.
Das operative Ergebnis ohne Veräußerungserlöse lag mit 710 Millionen Euro deutlich über dem vergleichbaren Vorjahresniveau (265 Millionen Euro).
Wie schon zum Halbjahr habe sich insbesondere das Geschäftsfeld Commodities, also die Aktivitäten bei der Vermarktung erneuerbarer Energien und der Handel, außergewöhnlich gut entwickelt.
Hier habe MVV von einem guten Portfolio aus Solar und Wind bei einem gleichzeitig konservativem Risikomanagement profitiert. Gleichzeitig wirkte sich der konventionelle Energiehandel im Rahmen der Portfoliobewirtschaftung positiv aus.
In der Erzeugung habe darüber hinaus die Nicht-Verfügbarkeit bei einem Beteiligungsunternehmen geringere finanzielle Auswirkungen als im Vorjahr. Zudem wurde eine zuvor geplante Anlagenrevision verschoben, was zu zusätzlichen Ergebnissen führte. „Dieser positive Ergebniseffekt wird sich beim Nachholen der Revision im weiteren Jahresverlauf allerdings umkehren”, so Müller.
Prognose für das Geschäftsjahr 2023 bestätigt
MVV bestätigte seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr von einem Adjusted EBIT ohne Veräußerungsgewinne zwischen 650 und 720 Millionen Euro.
Bei einer weiteren Stabilisierung der Energiemärkte und ohne Einbußen durch Konjunktureffekte gebe es sogar Chancen, ein besseres operatives Ergebnis zu erwirtschaften.
Politischer Rahmen für Zukunft der Gasnetze notwendig
Laut dem MVV-Chef wird zukünftig die Fernwärme erste Wahl für die klimaneutrale Wärmeversorgung in Ballungsräumen sein.
„Bei MVV werden wir in Mannheim und der Region sowie in Offenbach dann schon weiter sein: Bis 2030 werden wir dort 100 Prozent Grüne Wärme liefern, in Kiel bis spätestens 2035“, erläuterte Müller und unterstrich außerdem die Bedeutung von grünen Gasen.
Die aktuell laufenden Gesetzgebungsverfahren bieten laut dem MVV- Vorstandsvorsitzenden die Chance, das Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung und die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes für eine erfolgreiche Wärmewende sinnvoll miteinander zu verzahnen.
Ferner bestehe Reformbedarf im Energiewirtschaftsgesetz, im Konzessionsrecht und in der Anreizregulierungsverordnung.
„Am Ende müssen wir so zu einem Regelwerk kommen, das eine Antwort auf das Spannungsverhältnis zwischen Investitionssicherheit auf der einen und der Offenheit für möglichst viele Arten der klimaneutralen Wärmeversorgung auf der anderen Seite gibt.“ - Georg Müller
Erste „klimapositive“ Anlage von MVV realisiert
Die Mannheimer betonten zudem ihre Klimaanstrengungen, mit denen das Unternehmen „klimapositiv“ werden will. Das erste große Projekt hierzu sei eine neu Bioabfallvergärungsanlage in Dresden. Damit realisiert die MVV die Speicherung von abgeschiedenem und verflüssigtem CO2, das in Abbruchbeton eingespeichert wird.
In Mannheim arbeite MVV außerdem an einem Pilotprojekt, mit dem CO2 aus dem Rauchgas ihrer Abfallverwertung und ihres Biomassekraftwerks abgeschieden und genutzt werden soll. (pfa)



