Nach dem wegen der Corona-Maßnahmen verspäteten Start in die Saison haben die Freibäder einen erneuten Rückschlag erlitten. Besonders hart getroffen hat es das Naturbad Mülheim. Denn es musste nach der Pandemie-Schließung wenig später wegen einer Verunreinigung des Wassers erneut zumachen und hatte nun gerade mal einen Tag wieder geöffnet – bis das Hochwasser kam.
Das Technikgebäude sei am schlimmsten betroffen, teilt der Betreiber mit. Die Wasseraufbereitung sei zurzeit komplett außer Betrieb. Wie groß der Schaden genau ist, sei momentan nicht abzuschätzen. Fachfirmen würden derzeit die Pumpen und die mittlerweile trocken gelegte Technik inspizieren.
Liegewiesen unter Wasser
Auch die Stadtwerke Jülich (SWJ) haben erhebliche Schäden an ihrer Infrastruktur zu verzeichnen. Das Freibad am Stadionweg wurde am meisten beschädigt. Die Liegewiesen und Umkleidekabinen sowie die komplette Technik, inklusive der Pumpen und der Wasseraufbereitung, waren überflutet. Auch das Hallenbad an der Bongardstraße blieb nicht verschont. Hier stand ebenfalls die ganze Technik unter Wasser, wie die SWJ mitteilen. Bis auf Weiteres sei deshalb kein Betrieb möglich, da neben der offensichtlichen Beschädigung unter anderem keine Wasseraufbereitung und Erwärmung der Becken erfolgen könne.
Durch die Extrem-Unwetterlage ist auch das Freibad Hoffnungsthal in Rösrath im Rheinisch-Bergischen Kreis erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden, heißt es in einer Mitteilung der Stadtwerke Rösrath. Aus den Hoffnungsthaler Bergen haben sich erhebliche Wassermassen in das Gelände ergossen, die zu Unterspülungen im Bereich der Außenanlagen und Beckenumgänge geführt haben. Auch das Technikgebäude und die dortigen Installationen standen brusthoch unter Wasser. Zur Zeit laufen Aufräumungs- und Trocknungsmaßnahmen.
Große Schäden an der Technik
Insbesondere die temporäre Hochwasserbelastung der gesamten Regel- und Steuerungstechnik für die Badewasseraufbereitung lassen vermuten, dass erhebliche Instandsetzungsmaßnahmen erforderlich werden, so die Stadtwerke Rösrath. Ob und gegebenenfalls wann das Freibad Hoffnungsthal in diesem Jahr nochmals seine Tore öffnen kann, sei derzeit unklar.
Aufgrund eines Schadens durch das Hochwasser ist auch das Freizeitbad Aquaria in Oberstaufen geschlossen ebenso wie das Freibad Oberwerth in Koblenz. Auch Bad Honnef ist betroffen: Das Freizeitbad auf der Insel Grafenwerth war erst am 28. Juni als letztes Freibad im Siebengebirge in Betrieb gegangen. Am 15. Juli musste es nun zumindest vorübergehend wieder dicht machen. Sobald das Wasser zurückgegangen ist und Reinigungsarbeiten erfolgt sind, sollen die Einrichtungen wieder öffnen. (hp)



