Bereits im März hat die ELS Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, seither wurde um Lizenzauffangverträge für Kunden des Bonner Unternehmens diskutiert und Städte und Kommunen fürchteten, auf ihren Nebenentgelten sitzen zu bleiben. Die Kosten für die Bereitstellung und Reinigung von Containerstellplätzen hat ELS nämlich für das erste Halbjahr 2018 nicht beglichen. Jetzt mischen sich die neun verbliebenen dualen Systeme ein und machen der insolventen Konkurrenz ein Angebot.
Der Grüne Punkt, Bellandvision, und die restlichen Systeme wollen die Verpackungsmengen, die ELS erfasst und sortiert, ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens übernehmen. Dazu sollen die Erfassungsanteile des Bonner Unternehmens vollständig unter den neun Systemen aufgeteilt werden. Die neue aufaddierte Verteilung soll anschließend schnellstmöglich bekannt gegeben werden. Im Zuge dieses Angebots erklären sich die Unternehmen wiederum bereit, die Kosten für die Entsorgung der Verpackungsmenge, die die ELS lizenziert hat, zu übernehmen.
Nebenentgelte sollen übernommen werden
Auch für die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger wäre das Angebot eine Beruhigung, denn die neun Systembetreiber planen auch die anfallenden Neben- und Mitbenutzungskosten zu tragen. Schließlich wollen die neun Systembetreiber auch einen finanziellen Beitrag zu den bei der ELS anfallenden Verfahrenskosten leisten und auf einen erheblichen Teil ihrer Ansprüche auf Ausschüttungen aus der Insolvenzmasse verzichten. Auf diese Weise soll eine sichere Entsorgung gewährleistet und eine sozialverträgliche Lösung für alle Beteiligten geschaffen werden. Ob die ELS auf den Vorschlag der Konkurrenz eingeht, steht noch aus. (ls)


