Die hohen Strompreise setzen vielen Energieversorgern zu – und treiben offenbar so manches Unternehmen zunehmend in die Insolvenz.

Die hohen Strompreise setzen vielen Energieversorgern zu – und treiben offenbar so manches Unternehmen zunehmend in die Insolvenz.

Bild: © Dhahi Alsaeedi/Unsplash

Mit Kehag Energiehandel hat offenbar der nächste deutsche Energieversorger kurzfristig Strom- und Gasverträge gekündigt.

Wie aus einem Kundenschreiben hervorgeht, das der ZfK über das Portal "www.Verbraucherhilfe-Stromanbieter.de" zugespielt wurde, begründet der Oldenburger Energieversorger diesen Schritt mit extrem gestiegenen Beschaffungskostenan den Energiemärkten.

Kündigung bis 31. Dezember

Das Schreiben datiert vom 12. Dezember. Das Lieferverhältnis wird zum 31. Dezember gekündigt. Eine rechtliche Grundlage wird nicht genannt.

Wie viele Kunden vom Stopp der Strom- und Erdgaslieferung betroffen sind, wollte Kehag auf mehrfache ZfK-Nachfrage nicht beantworten. Es liegt aber nahe, dass es sich um ein Rundschreiben womöglich an alle Kunden handelt.

Geschäftsführer signiert selbst

Das Schreiben, das der ZfK vorliegt, ist allgemein gehalten ("Sehr geehrte Damen und Herren") und von Geschäftsführer Jan Kästner persönlich signiert.

Das Oldenburger Unternehmen besteht nach eigenen Angaben seit 1986. Die übergeordnete Holding ist mittlerweile in mehreren Geschäftsfeldern der Energiewirtschaft aktiv, darunter im Messstellenbetrieb und in der E-Mobilität. Die ZfK-Frage, wie es mit dem Unternehmen nun weitergeht, blieb unbeantwortet.

Schwerpunkt im Gewerbebereich

Noch im Geschäftsjahr 2019 erwirtschaftete Kehag Energiehandel einen Umsatz von 219 Mio. Euro und ein Ergebnis nach Steuern von 1,2 Mio. Euro.

Wie dem Bericht des Weiteren zu entnehmen ist, lag der Schwerpunkt der Geschäftsfaktivitäten in der Belieferung von Gewerbekunden mit Strom und Gas im Rahmen von Vollversorgungsverträgen. Kehag war demnach bundesweit aktiv. (aba)

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