Auch in der Corona-Krise gewinnt der öffentliche Dienst an Attraktivität.

Auch in der Corona-Krise gewinnt der öffentliche Dienst an Attraktivität.

Bild: © Adobe Stock/.shock

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat schrittweise Lockerungen der Homeoffice-Pflicht in Aussicht gestellt. »Ich glaube, dass die Idee, dass man zur Normalität zurückkehrt, sicherlich auch bedeutet, dass man dann dort, wo es Sinn macht, auch wieder vor Ort arbeiten kann«, sagte der CDU-Politiker im »Bild«-Talk »Die richtigen Fragen«.

Egal ob die Rückkehr nun für den Sommer oder Spätherbst geplant sei: „Die Vorbereitungen sollten jetzt starten – und zwar nicht nur auf der formalen Ebene“, meinen die Unternehmensberaterinnen Katrin Glatzel und Tania Lieckweg, die gemeinsam den Ratgeber „Collaborative Leadership“ verfasst haben.

Die richtige Mischung

Aktuelle Studien zeigten deutlich, dass sich die meisten Mitarbeiter hybride Formen des Arbeitens wünschen: eine Mischung aus Büroarbeit und Homeoffice. Genau das müsse jetzt gestaltet werden.

Für die künftige Zusammenarbeit bedeuten hybride Modelle ganz besondere Herausforderungen – zum Beispiel die wieder neue Suche nach einer wirksamen Kombination von Austausch, persönlicher Begegnung und Selbstorganisation. Damit die Zusammenarbeit gelingt, haben die beiden Beraterinnen die wichtigsten Schritte für Unternehmen zusammengestellt, die künftig hybride Formen des Arbeitens unterstützen wollen.

Fünf-Schritte-Plan für die Organisation hybrider Arbeitsmodelle:

  1. Das Gespräch suchen: Führen Sie offene Gespräche mit Ihren Mitarbeitern darüber, wie die Zusammenarbeit künftig gestaltet werden soll. Das bedeutet nicht, dass Sie alle Wünsche erfüllen müssen, gibt Ihnen aber einen guten Überblick über die Erwartungen und Wünsche.
  2. Klare Vereinbarungen treffen: Damit die Mischung aus Homeoffice und Anwesenheit im Büro möglich ist, die von vielen Mitarbeitern gewünscht wird, sollten Sie klare Vereinbarungen treffen. „Wir kennen Unternehmen, die etwa fünf Arbeitstage pro Monat im Homeoffice erlauben. Alternativ lässt sich auch festlegen, welche Tage im Büro zu verbringen sind. So könnte ein Team sich etwa immer am Montag und Mittwoch im Büro zusammenfinden“, sagt Glatzel. „Am besten gibt es eine Rahmenvereinbarung fürs Unternehmen und dann zusätzliche Absprachen innerhalb der Teams.“
  3. Veränderungen der Büroarbeit planen: „Wenn Unternehmen hybride Beschäftigungsformen planen, so hat das auch Auswirkungen auf die normale Büroarbeit“, geben die Expertinnen zu bedenken. „Gegebenenfalls können Büroräume reduziert oder umgewidmet werden. Auch geteilte Arbeitsplätze sind denkbar.“
  4. Teamführung planen: „Gerade für Führungskräfte bedeutet die Mischung zwischen Büro und Homeoffice eine besondere Herausforderung“, erklärt Lieckweg. „Sie müssen sich genau überlegen, wann Meetings online oder in Persona stattfinden sollen und ob auch gemischte Meeting-Formen denkbar sind. Auch über die Erfassung der Arbeitszeit sollte nachgedacht werden.“
  5. Technische Voraussetzungen schaffen: Wenn Arbeitsplätze geteilt werden, müssen Rechner und Arbeitsplätze entsprechend ausgestattet sein, ebenso wie Arbeitsplätze im Homeoffice. Es bedarf einer guten Organisation und passender technischer Ausrichtung, um etwa Team-Meetings im Büro mit abwesenden Team-Mitgliedern abzuhalten.

„Wir sind der Auffassung, dass Unternehmen durch hybride Arbeitsplatzmodelle gewinnen. Die Motivation der Mitarbeiter steigt und es wird einfacher, Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Auch ist es möglich, Mitarbeiter aus entfernteren Regionen zu gewinnen und damit noch qualifizierteres Personal einzubinden“, so die Organisationsberaterinnen. (hp)

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