Von Artjom Maksimenko
Der Versorger aus Mönchengladbach NEW Energie gehört dauerhaft zu den günstigsten Anbietern im bundesweiten Stromvertrieb. Doch die Konkurrenz steigt.
Seit Jahresbeginn bringen sich vor allem Energiediscounter mit günstigen Arbeitspreisen, teils unter 16 Cent/kWh, in Stellung. Bei den Vergleichsportalen wie Verivox und Check24 bringt sie das in die Pole-Position. Vermehrt werben allerdings auch die Anbieter von dynamischen Tarifen wie Rabot Energy, Energy Market Solutions und Tado um die Gunst der Endverbraucher.
Aktuelle Marktpreise helfen
Im bundesweiten Vertrieb sind kommunale Energieanbieter nur selten unter den günstigsten 20 der Vergleichsportale anzutreffen. Dazu zählt unter anderem der Versorger NEW aus Mönchengladbach. "Im Wettbewerb um Neukunden beziehen wir die jeweils aktuellen Marktpreise in unsere Kalkulationen ein. Auf diese Weise konnten keine Altlasten aus der Preiskrise entstehen, die kompensiert werden mussten", sagte Ralf Poll, Geschäftsführer der NEW Energie, im Interview mit der ZfK.
Auch nach der Energiekrise hält der Versorger im Wesentlichen an seiner Beschaffungsstrategie fest. "Wir passen diese immer wieder geringfügig an, sobald wir außerordentliche Entwicklungen erkennen", so Poll. Nach der Energiekrise 2022 wurde der Endkundenmarkt bereits Anfang 2023 durch die Rückkehr der Energiediscounter wiederbelebt. "Der Wettbewerb ist sehr intensiv. Er ist sogar noch intensiver als vor der Krise. Keiner der Preise, die auf den Vergleichsportalen ganz vorn auftauchen, ist derzeit kostendeckend, wenn man die aktuellen Börsenpreise heranzieht und Marketingkosten sowie Abschlussprovisionen mit einkalkuliert", sagte Poll damals im Interview mit der ZfK.
Poll: "Kundenstamm wächst"
Nach der Krise ist der Mönchengladbacher Versorger von Anfang an dabei und bietet aktuell Strom zum Arbeitspreis unter 26 Cent/kWh. Die Strategie geht auf. "In den vergangenen zwei Jahren konnten wir unseren Kundenstamm durch unseren bundesweiten Auftritt deutlich erweitern", sagte Poll weiter. Der Fokus des Unternehmens liege allerdings weiterhin "auf dem regionalen Vertrieb von Energie und Kundenlösungen".
Neben den Energiediscountern mischt im Kampf um die Endkunden mit reinen Anbietern von dynamischen Tarifen eine weitere Konkurrenzgruppe mit. Mit Erfolg: Eine Stichprobe bei unterschiedlichen Postleitzahlen ergab, dass fünf Anbieter von der Top-10-Liste ausschließlich dynamische Tarife anbieten. Perspektivisch würden diese sicherlich eine noch größere Rolle im Markt spielen, so die Einschätzung des NEW-Geschäftsführers. Allerdings: "Aktuell fehlen aufgrund des schleppenden Rollouts von intelligenten Messsystemen und standardisierten Steuerungsmöglichkeiten von Verbrauchern jedoch die Voraussetzungen für einen sinnvollen Einsatz."
"Die uns bekannten Abschlusszahlen zeigen, dass die Kunden die vermeintlich günstigen Angebote der entsprechenden Anbieter richtig einordnen können und die Nachfrage derzeit noch sehr gering ist", sagte er weiter. NEW selbst führt mit "NEWstrom flex" einen dynamischen Tarif. Das ist seit Jahresbeginn für alle Versorger verpflichtend.



