Zukunftsenergie Nordostbayern (Zenob) und Ostwind Erneuerbare Energien (Ostwind) haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Windkraftwerke Nordostbayern (Winob) soll für mehr Windstrom in der Region sorgen. Geschäftsführer sind Zenob-Chef Marco Krasser und Ostwind-Chef Stefan Bachmaier. Die beiden Eigentümer halten jeweils 50 Prozent der Anteile, wie Ostwind mitteilt.
Firmensitz der Winob ist demnach Wunsiedel in Oberfranken. Bei künftigen Windprojekten will sich die neue Gesellschaft auf die Landkreise Wunsiedel, Hof, Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab (NEW) fokussieren. Dort sollen an geeigneten Standorten neue Windparks entstehen, heißt es. Außerdem werde für die bereits existierenden Windkraftanlagen geprüft, wie sinnvoll ein Repowering sei.
Kommunale Anteilseigner beteiligt
Das Regensburger Unternehmen Ostwind ist spezialisiert auf die Planung und Realisierung von Onshore-Windenergieanlagen und Solarprojekten. Mittlerweile gehört die Firma zum dänischen Offshore-Konzern Orsted.
Aktuell identifiziert Winob demnach für die Planung von Windparks geeignete Flächen, die dann gegebenenfalls gepachtet werden. Anschließend soll das Unternehmen die Anlagen genehmigungsreif entwickeln, bauen und betreiben sowie nach der Inbetriebnahme die technische und kaufmännische Betriebsführung übernehmen. Die aktuell 31 kommunalen Anteilseigner der Zenob sind über diese an allen Projekten beteiligt und können sich zudem direkt an einzelnen Vorhaben beteiligen.
Grüner Wasserstoff aus Wunsiedel
Mit den Windkraftanlagen liefere Winob einen wichtigen Baustein zu den von Zenob entwickelten gesamtheitlichen Energielösungen, zu denen zudem Photovoltaik und Biomasse sowie die Kopplung der Sektoren und der Einsatz von Speichern gehörten. Überschüssiger Windstrom soll demnach zur Erzeugung von grünem Wasserstoff in Wunsiedel eingesetzt werden.
"Die Windparks tragen damit zur Sektorenkopplung bei", so Krasser, "denn der Wasserstoff dient der Dekarbonisierung etwa im Schwerlastverkehr und in der Industrie."
Die Winob-Geschäftsführer sehen einen erheblichen Nachholbedarf bei der Windenergie in ganz Deutschland und vor allem in Bayern. Zwar sei Wind bereits heute die Energiequelle, die am meisten Strom in Deutschland liefert. Aber es lasse sich hier noch sehr viel mehr rausholen und das sei unbedingt notwendig, meint Krasser. Aktuell gewinne der Zubau von Windenergie an Land zwar an Dynamik, berichtet Bachmaier, doch insbesondere im Süden Deutschland stocke er weiterhin. (jk)



