Die Tiefengeothermie soll ein Teil des künftigen Wärmemixes in Potsdam sein. Das Foto zeigt den Geothermie-Bohrturm in der Potsdamer Heinrich-Mann-Allee im Jahr 2023.

Die Tiefengeothermie soll ein Teil des künftigen Wärmemixes in Potsdam sein. Das Foto zeigt den Geothermie-Bohrturm in der Potsdamer Heinrich-Mann-Allee im Jahr 2023.

Bild: © Stadtwerke Potsdam  

Von Hans-Peter Hoeren

Die Energie und Wasser Potsdam (EWP) hat erneut einen Fördermittelzuschlag in Millionenhöhe für die Wärmewende vor Ort erhalten. Insgesamt wurden von der Bundesnetzagentur 84 Mio. Euro für zwei Projekte zugesagt. Damit sind laut EWP 75 Prozent der Gesamtinvestition über Fördermittel gesichert. Die gesamten Kosten für den Umbau der Wärmeversorgung werden mit rund 350 Mio. Euro veranschlagt.

Die EWP planen mit insgesamt acht Projekten, die Leistung des bisherigen gasbetriebenen Heizkraftwerks abzulösen. Dies soll über dezentrale Erzeugungsanlagen an mehreren Standorten der Landeshauptstadt von Brandenburg erfolgen. Der Energiemix umfasst dabei sowohl Tiefengeothermie und Flusswasserwärme als auch Kraft-Wärme-Kopplung und Power-to-Heat-Anlagen.

Die neue Förderzusage betrifft die Projekte 5 und 6. Kernbestandteil beider Projekte sind die Anlagen, „die erneuerbare Energien nutzen werden, um Wärme für das Fernwärmenetz zu erzeugen“, heißt es in der Pressemitteilung.

 "So halten wir die Wärmepreise langfristig bezahlbar"

"Die Zusage bedeutet, dass wir sechs von acht Projekten nun bereits über die Bundesmittel gefördert bekommen. Insgesamt haben wir jetzt die Zusagen für drei Viertel der Gesamtinvestition", freute sich Christiane Preuß, kaufmännische Geschäftsführerin der EWP. Auch für die Projekte sieben und acht will sich der kommunale Versorger an weiteren Fördermittelausschreibungen beteiligen.

„Unser Ziel ist, so viele Fördermittel wie möglich für unsere Projekte einzuwerben. So halten wir die Wärmepreise für die Potsdamerinnen und Potsdamer langfristig in einem stabilen, bezahlbaren Korridor“, erklärte Eckart Veil, der technische Geschäftsführer der EWP.

Zwischenfinanzierung ist eine Herausforderung

Die Fördermittel des Bundes werden erst an die EWP ausgeschüttet, wenn die nun geplanten Anlagen in Betrieb gehen. Das bedeutet, die EWP muss die Errichtung der Anlagen vorfinanzieren, bevor die Fördermittel ausgezahlt werden. Diese Zwischenfinanzierung macht die temporäre Aufnahme von Fremdkapital am Kapitalmarkt erforderlich.

Dies setzt eine entsprechenden Eigenkapitalanteil voraus. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Potsdam und der Stadtwerke Potsdam GmbH arbeitet die EWP hierfür an einer Lösung. Mit der jetzigen Zusage der Bundesfördermittel sei man dieser Lösung wieder einen wichtigen Schritt nähergekommen, heißt es weiter.

Finanzierung der Energiewende in Potsdam noch ungeklärt

Oberbürgermeister Mike Schubert, der Bürgermeister und Stadtwerke- und EWP-Aufsichtsratsvorsitzende Burkhard Exner sowie der Stadtwerke-Geschäftsführer Monty Balisch hatten noch im Oktober vergangenen Jahres bei der Sitzung des Hauptausschusses vor einer finanziellen Überforderung mit Blick auf die ursprünglich angestrebte Dekarbonisierung der Wärme bis 2035 gewarnt.

Die kommunalen Daseinsvorsorge gehe weit über die lokalen Energiewende hinaus, die Finanzierung der Energiewende in Potsdam sei derzeit noch zu einem erheblichen Teil ungeklärt, hieß es damals in einer Pressemitteilung der EWP. Der Oberbürgermeister wurde daraufhin beauftragt, in unterschiedlichen Szenarien und unabhängig von dem bisherigen Zieljahres 2035 darzustellen, wie und bis wann sich das Ziel „sozialverträglich und fossilfrei“ erreichen lässt – dies ohne die Stadt und den Stadtwerke-Verbund wirtschaftlich zu überfordern.

Mehr zum Wärmewende-Konzept in Potsdam finden Sie hier.

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